Der Mensch an sich …

… ist dumm, aber lernfähig.

Es sei denn es handelt sich um einen Menschen vom Typ Egoist.

Wenn ich in einer Zeit, in der die ganze Welt mit einem ziemlich schlauen Virus kämpft, höre: „Sollte die Maskenpflicht im Freien kommen, mache ich nicht mit!“, dann macht mich das sauer. Sehr saurer.
Wenn ich dann noch weiß, dass diese Menschen andererseits beklagen, was für arme Menschen sie doch sind, weil sie zur Risikogruppe gehören, dann würde ich am liebsten nur noch laut schreien und ihnen an den Kopf klatschen, damit da drin eventuell etwas an den richtigen Platz rutscht und das Denken halbwegs funktioniert.
Wenn man schon meint zur Risikogruppe zu gehören, sollte man dann nicht von sich aus alles tun, um sich selbst zu schützen? Von anderen will ich gar nicht reden, weil ich ja vom Typ Mensch Egoist rede. Denn die anderen haben längst begriffen, dass wir alle zur Risikogruppe gehören. Wer weiß denn schon, wie schwer es einen trifft im Falle einer Infektion. Auch ohne irgendwelche Vorerkrankungen.

Was ist daran so schlimm sich ein Stück Stoff oder was auch immer ins Gesicht zu hängen und damit Mund und Nase, ja, bitte danke beides, zu bedecken? Aus meiner Sicht nichts. Ich habe mich an dieses Ding gewöhnt und ja, ich trage es freiwillig auch im Freien, wenn ich in unser Städtchen gehe, da ist es eng und es laufen ganz viele Menschen vom Typ Egoist durch die Gegend.
Am liebsten sind mir die, die ohne irgendwie an Hygiene und Abstand zu denken Niesen, Husten und auf die Straße rotzen und die, die den Sauerstoffschlauch in der Nase und die Zigarette im Mund haben, das dazugehörige Sauerstofffläschchen auf dem Rollator und die MundNaseBedeckung klemmt am Kinn. Begibt man sich dann ohne jeglichen Ab- und Anstand in den Supermarkt, zieht man die MundNaseBedeckung einen Tick höher, sodass immer die Unterlippe bedeckt ist … kann ich irgendwo verstehen – ich würde auch nicht gern mit meinem alten Zigarettenmief unter der Maske eingesperrt sein, dass muss widerlich stinken.
Als ich neulich bei der Frauenärztin war, hatte ich meinen Morgenkaffee noch nicht ausgedünstet und saß mit dem Mief unter der Maske fest, das war nicht sehr schön. Ich bin aber auch wirklich geruchsempfindlich, bestimmt liegt es daran. Andere werden wahrscheinlich gar nicht merken, was sie ausdünsten.

Ich habe mich sogar so an dieses Ding gewöhnt, dass ich in einem Geschäft regelmäßig einen Schreck bekomme und denke: Scheiße, du hast vergessen die Maske aufzusetzen. Habe ich aber nicht. Ich merke sie nicht mehr. Vermutlich weil ich mich nicht dagegen sperre.
Selbst wenn ich nach Berlin fahre und sie dann sechs Stunden oder länger am Stück trage, weil ich vom Zug direkt zu meiner Mutter fahre, macht mir das nicht aus. Ist eben so. Gehört im Moment dazu, um mich und andere zu schützen.
Und ganz ehrlich – die Mimik der Menschen fehlt mir auch nicht. Die meisten rennen doch eh mürrisch, schlecht gelaunt und mit verkniffenem Mund durchs Leben. Muss ich nicht sehen.
Mir reicht ein Blick in die Augen. Wenn jemand strahlt, gut gelaunt, freundlich, offen, entgegenkommend, positiv ist, sehe ich das in den Augen.

So, die ganz persönlichen Ansichten einer dummen Hausfrau mussten mal raus.

Ach, das fällt mir ein: Ich bin dafür, dass jeder, der sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausspricht und sich so verhält, ein Schild tragen sollte, auf dem er genauso deutlich macht, dass er im Falle einer Infektion mit schwerem Verlauf auf jegliche intensivmedizinische Behandlung verzichtet.
Ja, auch diese Ansicht ist ganz persönlich.

4 Gedanken zu „Der Mensch an sich …

  1. Die Menschen verstehe ich sowieso nicht. Die Menschen überhaupt und sowieso. Mir ist aufgefallen, je länger das alles dauert, desto schlechter gelaunter und mürrischer werden die Menschen unterwegs, z. B. beim Einkaufen im Supermarkt. Am Anfang von Corona waren alle freundlich und aufmerksam und haben sich gegenseitig „gesund bleiben“ gewünscht. Heute starren einen böse Augen an und man fragt sich, was man denen getan hat.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

    • Genauso war es mit den Flüchtlingen: Erst mit Blümchen am Bahnhof stehen, um Wochen später Schimpftiraden loszulassen. Ich denke, es liegt daran, dass vielen einfach nicht bewusst war, dass das was da gerade so herzlich, empathisch aufgenommen wurde („Zusammen mit Abstand!“ „Refugees welcome!“), nicht das Ende der Fahnenstange ist. Ganz viele glaubten doch, dass nach dem Shutdown alles vorbei sei. Wie naiv!

      Leider wurde das auch von der Presse oft so verkauft. Das ist wie einem Kind Ostern erzählen, Weihnachten kommt in drei Tagen. Einige Wissenschaftler zeigten hingegen bereits da auf, dass wir 2 Jahre und länger mit dem Virus leben müssen. Aber diese Wissenschaftler sind kaum zitiert worden. In unserer schnelllebigen Welt hat sich so ein Kack Virus eben auch anzupassen 😉 😆

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.