Was inzwischen geschah …

… im Grunde nicht viel.

Wir haben uns bemüht gesund zu bleiben. bis hierher ist es uns gelungen und wird nun von außen, … nee innen unterstützt. Soll heißen: Der Gatte wurde letzten Donnerstag das zweite Mal geimpft. Ich wurde letzten Freitag das erste Mal geimpft. Worüber ich sehr froh bin. Denn ich bin tatsächlich die letzte im näheren Umfeld, die geimpft wurde. Nicht weil ich die jüngste bin, sondern weil ich immer die Arschkarte habe.

Ein weiterer erledigter Punkt in der Gesundheitsrubrik ist mein Zahnimplantat. Diese Baustelle wurde letzten Mittwoch beendet. In diesem Tag hat der Zahnarzt die Krone endlich final eingesetzt. Davor waren es nochmal bewegte acht Wochen mit mindestens einem Zahnarztbesuch in der Woche. Jetzt muss ich noch lernen mit der Ding zu kauen und dann ist hoffentlich alles fein und ich werde irgendwann sagen: „Ja, das hat sich gelohnt.“ Sowohl von den Kosten wie vom Aufwand. Beide Posten sind nicht unerheblich.

Vor vierzehn Tagen war ich nach acht Monaten das erste Mal wieder in Berlin und habe Mutter, Schwester und Sohn jeweils einen Kurzbesuch abgestattet. An diesem Tag hatte ich auch meinen ersten Coronatest … hach! wie aufregend. Eigentlich hätte ich einen negativen Coronatest vom Heim fordern müssen, so kontaktarm wie ich bin. Ich habe exakt zwei Kontakte: den Gatten und den Zahnarzt …bzw. der Kieferchirurg, als der noch am werken war.

Mein erster Quilt ist schon eine Weile fertig … exakter seit Ende März.

Einmal von vorne …

… einmal von hinten …

… einmal nackt an seiner Wirkungsstätte …

… und einmal mit allem drum und dran.

Ja, ich weiß – bunt und viel, aber ich mag es. Ich mag es sogar sehr. Und es darf auch so, weil es ist mein Zimmer.
Jedes Mal, wenn ich einen Blick auf den Quilt werfe, freue ich mich und bin sehr stolz den Quilt fertig bekommen zu haben.
Ein zweiter ist schon in Arbeit.

Zwölf Patches habe ich schon zusammen, aber in letzter Zeit ruhte die Patchnäherei, weil ich dem Gatten und mir T-Shirts genäht habe und dann überkam mich die allgemeine Lebenssinnkrise und ich wusste nicht, was ich und ob ich und wie ich und warum ich …

Ganz nebenbei stricke ich fremd, also im Auftrag eine Weste aus nicht von mir gesponnenem Alpakagarn. Kurz die „Schöne Helene“

Die „schöne Helene“ weil das Wolle spendende Alpaka Helene heißt und eine wirklich hübsche, aber vor allem verfressene ist.
Als Belohnung fürs Stricken bekomme ich das diesjährige Vlies von Bella zum Verspinnen. Bella ist das jüngste Alpaka in der Herde und eine schöne rotbraune. Ich hätte zwar lieber Helene, ja Helene selbst würde ich auch nehmen, wir können ganz gut miteinander, aber ich rede im Moment von ihren „Haaren“, gehabt, wegen der fast Schwärze ihrer Wolle, aber ihr Vlies war schon versprochen.

Der oben gezeigte Haufen wird eine Weste. Mehr geben die 1000g Garn, die mir zur Verfügung stehen, nicht her. Es ist kompakt gesponnen, dass es eine sehr geringe Lauflänge hat. Fünfmal habe ich das Ganze angefangen. Jetzt bin ich guter Hoffnung allen Aspekten des gewünschten Kleidungsstücks gerecht zu werden. Das Rückenteil ist fertig und das erste Vorderteil ist beim Armausschnitt. Ich komme nicht so wahnsinnig schnell voran, weil mich die dicken Nadeln (NS 9) und der Charakter des Garns beim Stricken sehr anstrengen.

So. Nun bin ich für heute fertig.

So.

Den letzten Schnee, auch in der hintersten schattigen Ecke, hat das schöne Wetter der letzten Tage schmelzen lassen. Wir hatten dann doch eine ganze Menge von dem weißen Zeug.
Ich weiß nicht, ob der Vogel, der diese seltsamen Spuren im schmelzenden Schnee auf unserem Balkon hinterlassen hat, …

… ein Freudentänzchen aufgeführt hat oder einfach nur auf dem glatten Balkonboden ausgerutscht und dabei diverse Male mit dem Schnabel aufgeschlagen ist.
Egal wie es und wer es war, es hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Was in dieser Zeit eine Seltenheit ist. Leider.
Böse Zungen behaupten das Lächeln würde hinter den Masken verschwinden, ich behaupte das Lächeln und auch das Lachen verschwindet nicht hinter den Masken, sondern immer mehr durch Corona aus unseren Leben.

Da wir die handgenähten Masken nicht mehr tragen dürfen und auf FFP2 Masken umgestiegen sind, habe beschlossen aus den Stoffresten der Maskenproduktion einen Quilt zu nähen.
Ich habe mich für die Methode entschieden einzelne Blöcke zu nähen, zu quilten und dann die Blöcke zu verbinden und das Binding zu machen. Erspart mir das Hin und Her Geschiebe eines riesigen Stückes.

Die ersten drei Patches waren diese:

Vom schielenden Zebra ist, bis auf ein bisschen Grün, nichts mehr übrig. Schade eigentlich.

Insgesamt habe ich inzwischen 20 Patches:

Fünf weitere habe ich heute zugeschnitten. Insgesamt brauche 35 Patches. Als ich Ende Januar begonnen habe, habe ich im Stillen gedacht: Wenn ich jeden Tag drei Patches nähe, habe ich den Quilt Ende Februar fertig.
Wie gut, dass ich das nur im Stillen dachte (fast ganz still … dem Gatten hatte ich es anvertraut, aber der schweigt still darüber oder hat es vergessen) und nicht an die große Glocke hing. Ich musste mich nämlich zwischendurch an Bubble-Kissen versuchen. Das erste ging gewaltig in die Hose, weil ich die Bubbles so voll mit Watte gestopft hatte, dass sie nach der zweiten Reihe so sperrig waren, dass sie nicht mehr unter die Nähmaschine wollten.

An sich wäre es bestimmt ein ganz hübsches Kissen geworden …

Da ich aber nicht so schnell aufgebe und manchmal aus Fehlern lerne, ist der zweite Versuch gelungen …

Das hat sich das Kind unter den Arm geklemmt, als er uns im Mitte Februar besucht hat.

Es hat die handliche Reisegröße von ca. 33 x 33 cm.

Danach kam das Masken-Bubble-Kissen, …

… welches auf unserem Sofa wohnt. Es ist ein bisschen größer. Ca. 40 x 40 cm.

So ganz bin ich mit der Anordnung der Bubbles nicht zufrieden, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr die Dinger hin und her zuschieben, sondern war froh, dass sich dieselben „Farben“ nie direkt, also nicht an den Seitenkanten, berühren.

Heute habe ich das dritte Bubble-Kissen fertiggestellt. Das soll meine Mutter zum Geburtstag bekommen. Komischerweise musste ich, als es noch nicht fertig war und ich es von Weiten gesehen habe, immer an einen Eierkarton/eine Eierpappe denken …

Jetzt wo es fertig ist, habe ich die Assoziation nicht mehr.
Leider ist es mir auch bei diesem Kissen nicht gelungen, die Bubbles „fehlerfrei“ zusammenzusetzen. Ein Bubbles habe ich leider in der falschen Ausrichtung angenäht …

… ich hatte aber keine Lust zum Auftrennen. Das ist halt die persönliche Note.
Ein Bild vom fertigen Kissen gibt es noch nicht. Habe ich vergessen und jetzt ist es ein klein wenig zu spät oder früh? und zu lichtlos für ein Foto. Außerdem sollte ich zusehen, dass ich in dieser Nacht noch eine kleine Mütze Schlaf bekomme.

Moin

Da der allgemeine Lockdown, wobei der Ausdruck für uns nicht wirklich zutreffend ist, wohl verlängert wird, werde ich versuchen meinen persönlichen hier im Blog zu beenden. Vielleicht hat ja irgendjemand Lust mal etwas anderes als Coronazahlen und das ewige Hin und Her übers Impfen zu lesen.

Wir sind sind, trotz einige Kleinigkeiten …
– zum Beispiel brauchte der Gatte Anfang November ein neues Kästchen für sein Herz, weil bei seinem alten die Batterie überraschend keine Energie mehr hatte … er hat/wir haben großes Glück gehabt, dass er keine Coronainfektion mit nach Hause gebracht hat, 14 Tage nach dem er aus dem Krankenhaus raus war, haben sie dieses Krankenhaus wegen zu vieler Coronainfektionen dicht gemacht …
ich habe Mitte November mein Implantat bekommen … war nicht lustig und ist auch immer noch nicht wirklich lustig, aber ich hoffe, dass das besser wird, wenn er, der Kieferchirurg Ende März/Anfang April das ganze Gerümpel, dass er für den Übergang/für die Zeit des Einwachsens verbaut hat (vor allem diese komischen Bänder, die sich wie Oktopusse mit ihren Armen am Zahnfleisch des benachbarten Backenzahn festsaugen) entfernt,
… irgendwie ganz gut durch die letzten Monate gekommen.

Meine Mutter ist trotz diverser Corona Ausbrüche in ihrem Heim bisher auch um eine Infektion herumgekommen. Ich war sie Anfang Oktober das letzte Mal besuchen. Zwischendurch stand das Heim immer mal wieder unter Quarantäne, sodass ich sie nicht hätte besuchen können und ganz ehrlich – wahnsinnig motiviert meine Isolation zu verlassen, bin ich nicht. Das eine ist die Alten vor dem Virus zu schützen, aber eigentlich finde ich es viel wichtiger mich vor dem Virus zu schützen. Denn eine Infektion ist umgekehrt genauso möglich. Ich kann nicht nur etwas zu ihr reintragen, ich kann genauso etwas heraustragen und im Grunde ist dieser Fall tatsächlich viel wahrscheinlicher. Jedenfalls in meinem Fall.

Jetzt kommen ich zu den „kreativen“ Details meines Leben … ;O)
Weil mir Corona eine neue Frisur spendiert hat, meine Haare sind jetzt knapp kinnlang nachdem ich sie letztes Jahr am 27. Januar, nach einem Versuch des Wachsen Lassens, doch wieder richtig kurz schneiden ließ, habe ich mir gestern Scrunchies – zu deutsch Haargummis genäht.

Geht schnell, ist anspruchslos, was zu mir passt und passt zum Mundschutz …

… die Dinger taugen aber auch als Dekomaterial …

Morgen häng ich Donuts dran ;O)

… und können ordentlich wegsortiert werden …

… wenn ich sie nicht gebraucht werden, um einen Dödel auf den Kopf zu zaubern, damit ich mir einbilden kann, dass ich eine Frisur hätte.

Vielleicht verrate ich morgen, was ich vom Gatten großartiges für die Haare zu Weihnachten bekommen habe.

Jetzt gehe ich so anspruchsvolle Dinge machen wie Wäsche aufhängen.

Eigentlich sollte ich …

… jetzt im Zug Richtung Berlin sitzen, aber die hohen Infektionszahlen haben mich davon Abstand nehmen lassen.
Ich habe deswegen schon seit Tagen mit mir gerungen. Der Gedanke an die Fahrt hat mir im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen gemacht. Und weil es mich heute Nacht mal wieder partout nicht schlafen ließ, habe ich um drei Uhr die Entscheidung getroffen nicht zu fahren. Immerhin waren mir nach der Entscheidungsfindung ab kurz nach fünf Uhr dann doch noch eineinhalb Stunden Schlaf vergönnt. Besser als nichts …

Montag und Dienstag habe ich den Schweinehund überwunden und mich an die Nähmaschine gesetzt, um dem Kind, wie versprochen, endlich sein Hemd fertig zu nähen.
Im Februar hatte ich damit begonnen. Es dann aber, nachdem ich mich durch das Nähen der Schulterpasse inklusive Kragen gequält hatte, ans Regal in meinem Zimmer gehängt und mich an die Einrichtung des Shops gemacht. Dann kam Corona und die vielen, vielen MundNaseBedeckungen, die ich genäht habe und dann kam keine Lust, weil ich vermutete, dass die Sache mit Ärmeln auch nicht so leicht werden würde. Ich hatte recht mit meiner Vermutung, aber jetzt ist das Hemd fertig.

Ja, es hängt da etwas belämmert, aber irgendwie geht es nirgends besser, weil das passende Licht nicht an allen Stellen freiverfügbar ist.

Trotz aller Mühe ist es nicht perfekt. Ich würde mal so sagen: Es hat Charakter … (sind wir nicht alle ein bisschen schief? Da kommt es auf die eine oder andere Naht nicht an ;O) )

Kappnähte werden wohl nie meine große Leidenschaft werden. Am Ärmel erst recht nicht. Bis ich das alles gesteckt hatte und mich dann fünf Zentimeterweise durch den Ärmel geruckelt hatte, war ich mindestens noch fünf Jahre älter und grauer und das pro Ärmel. Aber ich war tapfer. Habe durchgehalten und nicht die Abkürzung gewählt einfach eine gerade Naht zu nähen und die dann mit der Overlock zu versäubern. Ginge ja auch. Stand aber nicht in der Anleitung und ich übe mich gerade im Anleitung befolgen … fällt mir echt schwer so ganz ohne ein „Ja, aber …“ anzubringen.

Auch wenn man es nicht wirklich gut sehen kann, hat das Hemd sogar eine Taillierung spendiert bekommen.
Wie es scheint, habe ich gleich beim ersten Hemd wirklich nichts ausgelassen.

Nach langem Hin und Her ist es mir tatsächlich gelungen den Kragen ans Hemd zu bekommen. Ich vermute allerdings, dass das Kind den obersten Knopf am Kragen nie zu bekommen wird, so lange er im Hemd steckt.

Aus meiner Sicht hat der Schnitt am Kragen eindeutig eine Schwachstelle. Mir ist es erst nachdem ich mir drei Videos angesehen habe, wie man einen Kragen näht, gelungen aus den mir zur Verfügung stehenden Teilen einen Kragen zu basteln.
Ein Teil hatte ich am Ende über. Das habe ich dann später genutzt um mich im Knopflöcher nähen und Knöpfe annähen zu üben. Sehr praktisch.
Schade ist, dass das Hemd weiter hier rumhängen wird und ich noch nicht erfahre, ob es passt. Vielleicht schicke ich es ihm mit der Post oder nehme es beim nächsten Mal mit.

Jetzt bin ich bereit für neue Taten und werde mir überlegen, was ich heute mit der durch Reiseabstinenz gewonnen Zeit mache.

Das bisschen Haushalt …

… hat sich leider nicht alleine gemacht und der Einkauf für die nächste Woche auch nicht, aber jetzt bin ich fertig … nicht ganz, ich muss noch das Toastbrot aus dem Ofen zerren, wenn es fertig ist, aber das ist nicht wirklich viel Aufwand.
Da der Gatte es vorgezogen hat heute arbeiten zu gehen, statt mit der holden Gattin Zeit zu verbringen und zum Beispiel wie jede Woche einmal gemeinsam den Supermarkt zu plündern, musste ich den Einkauf für die nächste Woche alleine und zu Fuß bewältigen … ich will nicht zu laut jammern – der Gatte hat vorgestern schon die Getränke mitgebracht, damit ich die nicht schleppen muss.
Die Schlepperei war gar nicht so schlimm, weil ich einiges von dem, was ich haben wollte, nicht bekommen habe. Auch eine Art den Einkauf klein zu halten und zu sparen … irgendwie … vielleicht.

Als ich vom Einkauf zurückkam, hatte ich kurz überlegt, ob ich die Wäsche zum Trocknen rausstelle oder ob ich mich später etwas raussetzen will. Die Frage hat sich von ganz alleine beantwortet, als ich die Balkontür geöffnet hatte und der Wind mir alles von meinem Schreibtisch gefegt hat – nein danke, ich möchte heute nicht draußen sitzen. Den Platz überlasse ich gern der Wäsche. Ich habe die Bettwäsche zur Feier des Tage sogar angeklammert, so sehr weht es … Windgeschwindigkeit bis 65 km/h. Nichts für mich, aber der Wäsche macht es nichts. Die wird um so schneller trocken.

Ich läute jetzt für mich das Wochenende ein. Da ich den Gatten vorhin eingeladen habe mich heute zum Essen einzuladen, muss ich nicht kochen. Er bringt etwas vom schnöden Griechen mit, wenn er nach Hause kommt.
Bis dahin heißt es für mich: Sofa, Strickzeug, Glotze.
Ich habe mir gestern eine Anleitung gekauft und schon alles zurecht gelegt …

… ich will versuchen einfach mal stur nach Anleitung zu stricken … nichts besser, anders oder sonst wie machen … einfach den Kopf ausschalten und nur machen, was da steht. Kann eigentlich nicht so schwer sein … wird bestimmt total entspannend … man gebe mir die Kraft, die Gelassenheit, das Durchhaltevermögen und den starren Blick auf die Anleitung, damit das Vorhaben gelingt

Sich in den Finger zu schneiden …

… ist an sich schon nicht so eine gute Idee, aber zu Coronazeiten ist die Idee, wenn man nicht genügend Pflaster im Haus hat noch viel dümmer.
Ich war leider am Sonntagabend, als ich dem Lachs die Haut gezogen habe, so dumm und haben mir sehr, sehr großzügig, sowohl was die Breite des Schnitts, als auch die Tiefe angeht, in den linken Zeigefinger geschnitten. Es hat zum einen den Vorteil, dass ich jetzt weiß, dass ich das Messer ganz ordentlich geschärft habe, aber den Nachteil, dass ich nun gezwungenermaßen regelmäßig ein Pflaster brauche. Leider ist unser Pflaster Bestand nicht mehr so groß. Das war mir schon eine Weile bekannt und ich war bereits bemüht gewesen diesen Pflastermangel zu beseitigen. Ging aber nicht. Hier ist in sämtlichen Drogerien, Apotheken und anderen Läden, in denen ich die von mir heiß begehrte Ware bekommen könnte, nichts zu finden. Ich möchte gar nichts besonderes, sondern das ganz normale, klassischen Heftpflaster. Einziges „Luxus Attribut“ ich will das von Hansaplast … ich hätte aber inzwischen, wenn ich welches gefunden hätte, auch 0815 Billigpflaster genommen, auch in dem Wissen, dass es nicht richtig kleben wird. Aber hier ist rein gar nichts zu bekommen.
Ja, ich kann wasserfestes, sensitives, antibakterielles oder was die Dinger noch alles können, bekommen. Will ich aber nicht. Unter den Dingern herrscht so ein Klima, dass die Wunde immer schwitzt … feucht ist. Das ist nicht gut. Außerdem haben die Dinger auch immer überall rundum Kleber, was ich nicht mag und nur vorgegebene Größen. Mein Finger hat aber seine ganz eigene, individuelle Größe.
Um endlich zum Punkt zu kommen: ich weiß nicht, was die Menschen mit Mengen von Heftpflaster machen … wofür sie sin der Corona Krise brauchen oder warum nicht ausreichend welches produziert wird, denn auch bei der Suche im Internet habe ich eine Weile gebraucht, bis ich jemanden gefunden habe, der mir Pflaster verkauft. Bis das geliefert wird, halte ich meine linke Hand ganz ruhig und teile mir das noch vorhandene Pflaster ein (die Abschnitte werden immer kleiner, langsam muss ich aufpassen, dass ich nicht zu klein abschneide und dann die Hälfte der Wunde rauskuckt) und versuche beim Händewaschen den linken Zeigefinger nicht dauernd unter Wasser zu setzen. Wird ja quasi auch nicht dreckig, wird schließlich geschont.

So eine böööööse Verletzung hat aber den Vorteil, dass ich mich, damit der Finger geschont wird, um andere Dinge kümmern kann. Ums Malen zum Beispiel.
Das NichtenKind hatte sich in Fridolin-Baltasar (ganz runterscrollen) und in den Schnecken fressenden Waschbären, …

… den ich für meine Schwester, als Begleitung der MundNaseBedeckungen, die ich ihr genäht hatte, mit in das Paket gelegt hatte, verliebt und stellte nun die Frage, wie sie an eines meiner Werke kommt.
Die Frage war quasi die Antwort und darum hat das NichtenKind von mir einen Ausdruck von Fridolin-Baltasar bekommen und ihr ganz eigenes Bild …

Dieses freundliche Alpaka hat sich heute auf den Weg zu ihr gemacht. Ich hoffe, es erheitert ihr den Arbeitsalltag, denn es soll an der Wand bei ihrem Schreibtisch hängen.

Ich hatte viel Spaß beim Malen und habe meinen Finger geschont. Gleich werde ich ihn noch ein wenig mehr schonen und noch ein bisschen malen. Morgen schone ich auch noch meinen Finger und beziehe nach dem Entfernen des linken verkrüppelten Backenzahns die dann entstandene Großraumlücke, die nachdem den richtigen Einsatz von Nadel und Faden hoffentlich nicht mehr so groß und klaffend ist, ins Schonprogramm ein.
Ich grusel mich nur ein ganz kleines bisschen vor morgen ………………………….

Schlecht schlafen …

… kann ich zwar schon recht lange gut (… übrigens – vielen Dank dafür liebe Wechseljahre, ihr seit einfach großartig), aber die heutige Nacht hat mich echt geschafft.
Dieses Mal war aber der Mond schuld. Er schien so hell und grell in mein Bett, dass ich nicht einschlafen konnte. Nicht Einschlafen können hat zwar den Vorteil, dass man auch nicht ständig aufwachen kann, um dann nicht einschlafen zu können, aber macht auch nicht froh.

Nach dem ich mich genug gedreht und gewendet hatte, bin ich entnervt aufgestanden und habe mich in mein Zimmer geschlichen, es mir gemütlich gemacht und ein bisschen gemalt.
Zuerst habe ich den Bummelz für den Gatten fertig gemalt.

Danach habe ich noch ein paar Kreise gemalt.

Höchst meditativ und tatsächlich entspannend.

Nachdem ich das Schwein, den Schmetterling und den Käfer in meinen Kreisen entdeckt hatte, war es zwanzig nach drei.
Anscheinend eine gute gute Uhrzeit um sich mit schmerzendem Kopf, kalten Füßen und müden Augen, die sich nach der Helligkeit und den vielen Kreisen nicht an die Dunkelheit gewöhnen wollen, anstoßfrei ins Bett zu schleichen. Eigentlich müsste ich nicht schleichen. Den Gatten weckt so leicht nichts, aber ich bin trotzdem sehr ehrgeizig bei meinen nächtlichen Streifzügen möglichst leise zu sein.
Das letzte Mal sah ich um 03:45 Uhr auf den Wecker. Danach bin ich dann doch endlich ins Schlafland gereist. Nicht lange, aber immerhin Augen zu und weg.
Heute zeigt sich allerdings deutlich, dass es in letzter Zeit mal wieder viel zu wenig Schlaf gewesen ist. Ich bin bleiern müde, ohne Antrieb, hab Kopfschmerzen, schleppe mich von Hausfrauenaufgabe zu Hausfrauenaufgabe und fresse alles auf, was sich mir in den Weg stellt oder was ich mühsam im Kühl- oder Vorratsschranks suchen muss … das aller deutlichste Zeichen, dass ich todmüde bin. Mir ist zwar nicht klar, wie Essen gegen Müdigkeit helfen soll, aber mein tiefstes Inneres wird es wissen. Ich vertrau ihm einfach mal, obwohl es definitiv nichts von Kleidergrößen und deren unbeugsame Bedeutung versteht …

Samstag

Langsam muss ich an die Tage ranschreiben, wie sie heißen, damit ich noch ungefähr weiß, an welcher Stelle der Zeitrechnung ich mich befinde.
Nicht, dass dieses Gleichmass wirklich schlecht wäre, aber es ist verwirrend.

Ähnlich verwirrend wie so manches, das ich über die Corona Pandemie lese und höre.
Wie kann man zum Beispiel nach gerade mal fünf Tagen Kontaktsperre darüber nachdenken, diese schon wieder aufzuheben?
Hallo! Geht es noch?
Wir halten einmal kurz die Welt an, bringen die Wirtschaft fast zum Stillstand, zerstören Existenzen, setzen unglaubliches Geld für Hilfspaket, was auch immer sie bringen mögen, frei und so weiter und so weiter und dann nach noch nicht einmal einer Woche denkt man an die Rückkehr ins normale Leben nach? Kann ja wohl nicht sein …

Vielleicht sind aber wirklich die meisten Menschen wie meine 85 jährige Mutter, die mich jeden Tag fragt, wann das denn alles vorbei ist. Die der Meinung ist, dass es lange genug dauert und sie es nicht mehr hören kann.
Sie versteht es einfach nicht. Außerdem langweilt sie sich in ihrem Heim zu Tode, obwohl sich für sie nicht so viel verändert hat.

Bei mir hat sich bisher keine Langeweile eingestellt. Mit irgendetwas bin ich immer beschäftigt. Manchmal erscheinen mir Tage sogar kürzer als sonst. Das liegt sicherlich daran, dass ich jetzt jeden Tag 24 Stunden den Gatten um mich habe. Das bin ich nicht gewohnt. Sonst bin ich alleine.
In der Tat ist die Kontaktsperre für mich nicht schwer umzusetzen. Bei manchen Maßnahmen würde ich es sogar begrüßen, wenn man sie beibehält. Ich finde es zum Beispiel großartig, dass man mir im Supermarkt nicht mehr am Rücken klebt.

Weniger großartig finde ich dagegen, dass ich nicht weiß, wann ich mein Kind wiedersehe. Das ob, das durchaus in meinen Gedanken kreist, habe ich im vorherigen Satz bewusst weggelassen … man weiß ja nicht.

Damit mein Kind sieht, dass ich an ihn denke, habe ich gestern mit dem Schal angefangen. Die Anleitung zu dem gewünschten Schal hatte mir schon beim ersten Lesen leichte Fragezeichen auf die Stirn gezaubert.
Nicht etwa weil sie in Englisch ist, sondern weil sie außerordentlich ausführlich ist … es gibt noch nicht einmal eine Angabe, wie viel Wolle gebraucht wird. Darum habe ich natürlich viel zu viel Wolle bestellt und kann mindestens drei Schale häkeln.
Gestern versuchte ich mit dem ersten Knäuel Wolle und einer Häkelnadel bewaffnet die Anleitung zu verstehen. Sollte eigentlich mit den richtigen Anleitungsbegriffe nicht so schwer sein. War es aber, weil eben nicht wirklich richtig …
Irgendwann habe ich die Anleitung in die Ecke gepackt und mir durch Versuch und Irrtum das Muster erschlossen.

Es ist an sich nicht schwer, nur etwas mühsam ewig die gekreuzten Maschen zu häkeln, …

… aber dem Kind gefällt es und ein bisschen regenbogenbunt kann meinem Leben auch nur gut tun.

Nun werde ich mich ins Bad begeben und mich tagfein machen, damit wir frühstücken können … ja, wir verlottern so richtig.

Ab jetzt wird alles besser (ironiean/aus)

Heute wäre nämlich unsere Abreise von Rügen gewesen. Somit müssen wir nicht mehr traurig sein, dass der Urlaub geplatzt ist und wir viele traumhafte Sonnenuntergänge verpasst habe. Das Wetter war nämlich die ganze Zeit, die wir auf der Insel gewesen wären, genauso schön wie vor drei Jahren zu unserer Hochzeit.

So wie oben drüber sah mein Schloss, indem wir geheiratet haben, und das Wetter 2017 am 24.03. aus und so sah es am vergangenen Dienstag aus, …

Im Moment hat das Schloss seine Pforten geschlossen und man kann nur im weiten Bogen herumgehen.
Ich habe noch nie ein Bild von meinem Schloss gemacht auf dem keine einziger Mensch ist. Eine völlig neue Erfahrung.

Um unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag gebührend zu feiern, sind wir abends essen gegangen … wir haben unser Essen von der Küche an den Esstisch im Wohnzimmer getragen. Es gab Zanderfilet auf einem Grüne Linsen Chicoree Tomaten Rague. Sehr lecker.

Dieser besondere Tag war zwar nicht wie geplant, aber wir haben im Rahmen der Möglichkeiten das Beste daraus gemacht.

Um nicht daran denken zu müssen, dass ich wegen diesem Corona Kram mein Kind nicht wie geplant am Wochenende hier begrüssen kann, werde ich mich ans Werk machen und ihm den Schal tatsächlich häkeln, den er sich gewünscht hat. Heute Morgen ist nämlich endlich die Wolle dafür gekommen.

Diese Statusänderung musste ich ihm natürlich gleich mitteilen:

Freut mich sehr, dass er ihm gefällt.

Falls ihr demnächst nichts mehr von mehr lest, liegt es daran, dass der Gatte und ich uns die Köppe eingeschlagen haben. Er hat, weil er, wie schon erwähnt, zur Risikogruppe gehört, seinen Urlaub bis zum 19.04. verlängert. So lange waren wir noch nie am Stück zusammengepfercht. Schon gleich gar nicht mit so wenig Auslauf.
Seit Montag weiß ich, dass ich ebenfalls zur Risikogruppe gehöre. Bisher hatte ich mich immer damit getröstet, dass ich nur Heuschnupfen habe und kein Corona. Nun weiß ich, dass mich der Heuschnupfen in die Risikogruppe einreiht. Fein, ich mochte ihn noch besonders gerne. War immer eher genervt von ihm. Das macht unser Verhältnis nicht besser. Ich würde mich gern von ihm distanzieren, schon seit Jahrzehnten, aber er ist und bleibt anhänglich und hält sich nicht an die Kontaktsperre.

Der Corona Kram …

… tut mir nicht gut.
Er lässt mich hypochondrieren … ständig in mich hineinhören, lässt mich mich mehr denn je ums Kind und den Gatten sorgen. Verstärkt meine Depression und Angststörung.

Ich finde es verdammt schwer zu diesem Corona Kram einen hoffnungsvollen Zugang zu finden.
An sich hatte ich mir Anfang der Woche auferlegt mich einmal am Tag über den neusten Stand von Corona zu informieren und ansonsten die Klappen möglichst zuzumachen.
Funktioniert leider nicht wirklich. Es ist einfach allgegenwärtig. Die Welt scheint auf den Coronavirus reduziert zu sein.

Was mir in dieser Zeit am meisten fehlt, sind ein paar positive Nachrichten. Eine klitzekleine Randnotiz wie zum Beispiel: „Ein Überleben des Coronavirus ist durchaus möglich“ oder „Es weiß noch keiner wie, aber es wird ein Leben nach dem Coronavirus geben“.

Im Moment scheint dieser Virus uns alle dahin zu meucheln. Ganz egal was wir tun, er erwischt uns alle. Es gibt keine Entrinnen. Die Frage ist nur wann.
Warten wir es ab. Sitzen wir es aus.
Ich kann die angeordneten Maßnahmen alle verstehen und bin bereit sie umzusetzen und setze sie auch um. Wir bleiben brav zu Hause. Na gut, nicht immer, aber eine einsame Runde an der frischen Luft ist noch nicht verboten und kann der Gesundheit nur zu gute kommen.
Aber den Zustand des Wartens, den eben dieses „Warten wir es ab – Sitzen wir es aus“ hervorruft, finde ich furchtbar.
Ich konnte noch nie gut warten. Ich finde es schon blöd auf ein Paket warten zu müssen, auf des Inhalt ich mich wenigstens in den meisten Fällen freuen kann.
Aber worauf warte ich?
Wie lange muss ich warten?
Gibt es einen Grund mich auf das, worauf ich warte, zu freuen?
Oder soll ich dem lieber bange entgegensehen, weil es nicht besser sein wird?
Fragen über Fragen auf die keiner eine Antwort hat.

Inzwischen bin ich so verunsichert, dass ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob sich irgendjemand sicher ist, etwas genaues über diesen Virus und dessen Verbreitung zu wissen.
Ist es noch „zeitgemäß“ bei Menschen mit Symptomen nur auf Corona zu testen, wenn es die begründete Möglichkeit auf den Kontakt mit einem infizierten Menschen gegeben hat?
Gerade wo es doch heißt, dass es auch Infizierte ohne Symptome gibt?
Und immer häufiger die Infektionsketten nicht geklärt werden können.

Der Gatte hatte gerade eine Erkältung. Ich hatte gerade eine Erkältung.
Jedenfalls gehen wir beide davon aus, dass es eine Erkältung war, weil wir beide keine bekannten Kontakte zu Corana Infizierten hatten und es tatsächlich auch noch Wald und Wiesen Erkältungen gibt, die einen zwar ganz schön blass aussehen lassen, aber weiter nichts tun.
Aber weiß man es wirklich?
Bei meinem letzten Trip nach Berlin am 25. Februar war ich morgens allein schon 50 Minuten als Ölsardine in den Regionalzug gepfercht, weil es eine Bahnübergangsstörung gab. Es hat zwar niemand gehustet oder genießt, was so bemerkenswert war, dass ich das abends umgehend dem Gatten berichtet habe, aber kann man sich trotzdem sicher sein? Zumal wenn man gezwungenermaßen quasi aneinanderlehnt.
Und auch später in den weiteren Zügen, die ich benutzt habe: Wer ist in welchem Gesundheitszustand mit mir gefahren?

Damit dieser Post nicht gar so düster ist und endlich ein Ende erhält, habe ich beschlossen, dass es sogar freundliches Ende wird, zeige ich euch Fridolin-Baltasar, der im Zeichen der Coronakrise hier im Hause geboren wurde:

Ein bisschen verrückt gehört definitiv auch zu den Begleiterscheinung von Corona.

Lasst es euch gut gehen!