Eigentlich sollte …

… ich jetzt einen Brief an meine Mutter schreiben, um ihr zu erklären, dass das sie sich das, was sie sich leistet, nicht leisten kann – sprich: sie zu viel Geld ausgibt.
Diese Diskussion führen wir nicht zum ersten Mal und sicher nicht zum letzten Mal, denn sie vergisst immer mehr. Ganz besonders die Dinge, die ihr nicht gefallen. Außerdem konnte sie noch nie mit Geld umgehen.
Vermutlich geht sie immer noch davon aus, obwohl ich es ihr gesagt habe, dass wir sie finanzieren, wenn sie kein Geld mehr hat, aber das wird nicht stattfinden. Der Gatte geht schon für drei arbeiten. Für einen vierten bleibt davon nichts mehr übrig und außerdem sind wir dazu zum Glück nicht mehr verpflichtet. Und ganz ehrlich – warum auch? Sie hat mit ihren beiden Renten gerade mal dreihundert Euro weniger im Monat als wir zu dritt für sich allein.
Ja, die Heimkosten sind gestiegen, aber dann muss sie eben an anderer Stelle sparen und kann nicht alle vier Wochen zum Friseur, zur Mani- und Pediküre und kann nicht jeden Monat hundert Euro für Wein, Zeitschriften und ihre geliebten Thomapyrin ausgeben. Vielleicht muss man sogar überlegen, ob es ein Telefon, ein Handy und Tablet sein muss. Das sind immerhin auch jeden Monat zweiundvierzig Euro.

Eigentlich wollte ich niemanden mit Zahlen langweilen, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass es mir schwerfällt diesen Brief zu schreiben, weil ich schon ganz am Anfang ins Stocken kommen, weil ich nicht weiß, wie ich sie ansprechen soll.
Liebe Mutter, geht nicht. Hallo Mutter, ist auch doof. Hallo du, sieht blöd aus. Einfach nur – Hallo, auch. Das Problem habe ich aber immer. Für mein Gefühl und um die für mich richtige Distanz zu schaffen, müsste ich sie mit Sie und Frau Schmidt ansprechen.
Genauso geht es mir am Ende. Am unverfänglichsten ist da immer noch einfach Pia drunter zu klemmen. An milden Tagen kann ich mir ein Deine Tochter abringen.

So, jetzt habe ich mich durch diverse Buchstaben von den anderen Buchstaben und Zahlen abgehalten, bin fast eingeschneit …

(an dieser Stelle stelle sich der geneigte Leser ein herzhaft lachenden Smiley vor)

… und kann mich somit Richtung draußen zu einem Schneespaziergang in Bewegung setzen. Den blöden Brief kann ich auch später schreiben. Für diesen Monat kann ich eh nichts mehr an den Zahlen und dem Defizit, das sie erzeugen, ändern.

Gerade habe ich gehört, dass man nach mir ruft …

Frau Dompfaff ist der Meinung, dass ich Futter nachfüllen sollte. Also werde ich zuerst in diese Richtung eilen.

Warum wollen eigentlich immer alle etwas von mir?

(Meine Mutter unterbrach mein Schreiben hier an dieser Stelle nämlich auch schon mit einem Anruf … „Schatz, ich brauche …“ – nein Schatz ist keine liebevolle Ansprache, Schatz ist die allgemeine Anrede, wenn man etwas möchte … von wem auch immer)

Moin

Da der allgemeine Lockdown, wobei der Ausdruck für uns nicht wirklich zutreffend ist, wohl verlängert wird, werde ich versuchen meinen persönlichen hier im Blog zu beenden. Vielleicht hat ja irgendjemand Lust mal etwas anderes als Coronazahlen und das ewige Hin und Her übers Impfen zu lesen.

Wir sind sind, trotz einige Kleinigkeiten …
– zum Beispiel brauchte der Gatte Anfang November ein neues Kästchen für sein Herz, weil bei seinem alten die Batterie überraschend keine Energie mehr hatte … er hat/wir haben großes Glück gehabt, dass er keine Coronainfektion mit nach Hause gebracht hat, 14 Tage nach dem er aus dem Krankenhaus raus war, haben sie dieses Krankenhaus wegen zu vieler Coronainfektionen dicht gemacht …
ich habe Mitte November mein Implantat bekommen … war nicht lustig und ist auch immer noch nicht wirklich lustig, aber ich hoffe, dass das besser wird, wenn er, der Kieferchirurg Ende März/Anfang April das ganze Gerümpel, dass er für den Übergang/für die Zeit des Einwachsens verbaut hat (vor allem diese komischen Bänder, die sich wie Oktopusse mit ihren Armen am Zahnfleisch des benachbarten Backenzahn festsaugen) entfernt,
… irgendwie ganz gut durch die letzten Monate gekommen.

Meine Mutter ist trotz diverser Corona Ausbrüche in ihrem Heim bisher auch um eine Infektion herumgekommen. Ich war sie Anfang Oktober das letzte Mal besuchen. Zwischendurch stand das Heim immer mal wieder unter Quarantäne, sodass ich sie nicht hätte besuchen können und ganz ehrlich – wahnsinnig motiviert meine Isolation zu verlassen, bin ich nicht. Das eine ist die Alten vor dem Virus zu schützen, aber eigentlich finde ich es viel wichtiger mich vor dem Virus zu schützen. Denn eine Infektion ist umgekehrt genauso möglich. Ich kann nicht nur etwas zu ihr reintragen, ich kann genauso etwas heraustragen und im Grunde ist dieser Fall tatsächlich viel wahrscheinlicher. Jedenfalls in meinem Fall.

Jetzt kommen ich zu den „kreativen“ Details meines Leben … ;O)
Weil mir Corona eine neue Frisur spendiert hat, meine Haare sind jetzt knapp kinnlang nachdem ich sie letztes Jahr am 27. Januar, nach einem Versuch des Wachsen Lassens, doch wieder richtig kurz schneiden ließ, habe ich mir gestern Scrunchies – zu deutsch Haargummis genäht.

Geht schnell, ist anspruchslos, was zu mir passt und passt zum Mundschutz …

… die Dinger taugen aber auch als Dekomaterial …

Morgen häng ich Donuts dran ;O)

… und können ordentlich wegsortiert werden …

… wenn ich sie nicht gebraucht werden, um einen Dödel auf den Kopf zu zaubern, damit ich mir einbilden kann, dass ich eine Frisur hätte.

Vielleicht verrate ich morgen, was ich vom Gatten großartiges für die Haare zu Weihnachten bekommen habe.

Jetzt gehe ich so anspruchsvolle Dinge machen wie Wäsche aufhängen.

Urlaub …

… heißt es diese Woche für den Gatten und da mann diese Zeit sinnvoll und entspannt nutzen soll, haben wir am Montag den Keller entrümpelt. Während der Gatte die über Monate mühsam gesammelten und ordentlich aufgestapelten Kartons zerkleinerte, habe ich eine Jungfrau zersägt das vor knapp drei Jahren aus Berlin mitgebrachte und nicht mehr von Nöten seiende Bett zersägt. Dann haben wir das Auto vollgestopft und haben den Müll entsorgt.

Um uns von diesen Strapazen zu erholen und weil das Wetter schön sein sollte, kühl aber sonnig ohne viel Wind, haben wir gestern einen Ausflug an die Ostsee gemacht.
Zuerst sind wir nach Heikendorf gefahren und haben zwei Butt direkt vom Fischerboot in die Kühltasche geladen (… die Butt sind schon Geschichte … die habe ich gestern Abend geräuchert, dazu ein schneller Speckkartoffelsalat – köstlich).

Danach haben wir Laboe angesteuert …

Julius Cäsar Kröte war auch mit … endlich mal wieder sein Element, das Meer, sehen Meer

Wir waren erst letztes Jahr in Laboe und sind sogar durchs U-Boot gekrabbelt. Dieses Jahr definitiv keine Option. Trotzdem haben die Menschen später, als wir vom Ehrenmal herunterkamen, davor Schlange gestanden. Ich würde aber selbst ohne Corona nicht noch einmal ins U-Boot wollen. Dreimal war ich bereits drin. Das reicht für ein Leben. Wenn sie das U-Boot eines Tages umbauen, würde ich natürlich noch einmal durch krabbeln ;O).

Auf das Ehrenmal …

… sind wir aber nochmal gestiegen … bleiben wir bei der Wahrheit – sind wir noch einmal mit dem Fahrstuhl gefahren.
Der Ausblick ist immer wieder schön und dieses Mal hatten wir großes Glück und durften das sehen …

… ein U-Boot mit Begleitschiff.

Ich musste bei dem Ding immer an eine Konservendose denken, aber toll war es wirklich.
Wann sieht man schon mal in Natura ein noch seetaugliches U-Boot in Aktion?

Im Anschluss sind wir noch ein Stückchen weitergefahren und haben uns auf dem Deich eine einsame Bank gesucht, die Aussicht …

… genossen … was für ein Himmel …

… und unsere mitgebrachten Brote, Käsewürfel und Weintrauben verspeisen.
Als wir satt waren, machten wir uns wieder auf …

… in Richtung Heimat.

Eigentlich sollte ich …

… jetzt im Zug Richtung Berlin sitzen, aber die hohen Infektionszahlen haben mich davon Abstand nehmen lassen.
Ich habe deswegen schon seit Tagen mit mir gerungen. Der Gedanke an die Fahrt hat mir im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen gemacht. Und weil es mich heute Nacht mal wieder partout nicht schlafen ließ, habe ich um drei Uhr die Entscheidung getroffen nicht zu fahren. Immerhin waren mir nach der Entscheidungsfindung ab kurz nach fünf Uhr dann doch noch eineinhalb Stunden Schlaf vergönnt. Besser als nichts …

Montag und Dienstag habe ich den Schweinehund überwunden und mich an die Nähmaschine gesetzt, um dem Kind, wie versprochen, endlich sein Hemd fertig zu nähen.
Im Februar hatte ich damit begonnen. Es dann aber, nachdem ich mich durch das Nähen der Schulterpasse inklusive Kragen gequält hatte, ans Regal in meinem Zimmer gehängt und mich an die Einrichtung des Shops gemacht. Dann kam Corona und die vielen, vielen MundNaseBedeckungen, die ich genäht habe und dann kam keine Lust, weil ich vermutete, dass die Sache mit Ärmeln auch nicht so leicht werden würde. Ich hatte recht mit meiner Vermutung, aber jetzt ist das Hemd fertig.

Ja, es hängt da etwas belämmert, aber irgendwie geht es nirgends besser, weil das passende Licht nicht an allen Stellen freiverfügbar ist.

Trotz aller Mühe ist es nicht perfekt. Ich würde mal so sagen: Es hat Charakter … (sind wir nicht alle ein bisschen schief? Da kommt es auf die eine oder andere Naht nicht an ;O) )

Kappnähte werden wohl nie meine große Leidenschaft werden. Am Ärmel erst recht nicht. Bis ich das alles gesteckt hatte und mich dann fünf Zentimeterweise durch den Ärmel geruckelt hatte, war ich mindestens noch fünf Jahre älter und grauer und das pro Ärmel. Aber ich war tapfer. Habe durchgehalten und nicht die Abkürzung gewählt einfach eine gerade Naht zu nähen und die dann mit der Overlock zu versäubern. Ginge ja auch. Stand aber nicht in der Anleitung und ich übe mich gerade im Anleitung befolgen … fällt mir echt schwer so ganz ohne ein „Ja, aber …“ anzubringen.

Auch wenn man es nicht wirklich gut sehen kann, hat das Hemd sogar eine Taillierung spendiert bekommen.
Wie es scheint, habe ich gleich beim ersten Hemd wirklich nichts ausgelassen.

Nach langem Hin und Her ist es mir tatsächlich gelungen den Kragen ans Hemd zu bekommen. Ich vermute allerdings, dass das Kind den obersten Knopf am Kragen nie zu bekommen wird, so lange er im Hemd steckt.

Aus meiner Sicht hat der Schnitt am Kragen eindeutig eine Schwachstelle. Mir ist es erst nachdem ich mir drei Videos angesehen habe, wie man einen Kragen näht, gelungen aus den mir zur Verfügung stehenden Teilen einen Kragen zu basteln.
Ein Teil hatte ich am Ende über. Das habe ich dann später genutzt um mich im Knopflöcher nähen und Knöpfe annähen zu üben. Sehr praktisch.
Schade ist, dass das Hemd weiter hier rumhängen wird und ich noch nicht erfahre, ob es passt. Vielleicht schicke ich es ihm mit der Post oder nehme es beim nächsten Mal mit.

Jetzt bin ich bereit für neue Taten und werde mir überlegen, was ich heute mit der durch Reiseabstinenz gewonnen Zeit mache.

Meine Mutter …

… war mal wieder der Meinung neue Klamotten zu brauchen. In dem Heim wären alle so chic. Da muss sie mithalten … äh … ja, ist mir noch nicht aufgefallen, das mit dem chic, dass meine Mutter mithalten oder besser vorpreschen oder etwas Besseres sein will, schon.
Das letzte Mal haben wir im Juli, als ich sie besuchen war, gemeinsam bestellt. Gemein wie ich bin, durfte sie natürlich nicht so, wie sie wollte. Ich habe ihr die weißen Hosen gestrichen. Sie durfte die Hosen bestellen, Caprihosen – drei Stück, die sie haben wollte, aber nicht in weiß.

Dieses Mal schickte sie mir ihre Bestellwünsche per WhatsApp:
Bitte bestellen:
1 Caprihose in weiß
1 Blazer Gr. 42 – hellgrau
1 Hose – passend zum Blazer hellgrau
1 Jeans weiß
Die sind hier alle so chic. Da kann ich noch so rumlaufen.

Zu ihrem großen Glück hatte ich einen meiner wenigen milden Tag und sagte mir, dass ich nicht immer arschig sein kann, habe nicht „Ja, aber …“ gesagt und nicht diskutiert, weder über den Umstand, dass man jetzt eigentlich keine Caprihose mehr braucht, noch über die Farbe. Ich habe einfach bestellt und habe dabei immer nur gedacht: „Chic, aber bekleckert.“ Denn wann immer ich meine Mutter sehe, ist sie bekleckert. Das ist nicht erst so seit sie im Heim ist. Das war vorher schon so. Darum hatte ich ihr die weißen Hosen gestrichen. Die weißen Hosen, die ich bei ihr gefunden habe, als ich ausräumte und von denen ich wusste, dass sie gerade erst zwei Monate alt waren, waren in einem Zustand, den ich nicht näher beschreiben möchte. Oder doch – die Hosen waren final.

Montagmorgen habe ich bestellt und seitdem hat sie mich jeden Tag gefragt, wann denn ihre Sachen kommen. Außerdem wollte sie jedes Mal mit mir über die Notwendigkeit der Bestellung diskutieren. Ich wollte aber nicht mir ihr darüber reden. Wozu? Haben wir alles schon durch. Muss ich mich nicht nochmal unnötig ereifern. Das habe ich ihr auch gesagt.

Ich: „Ich rede nicht mit dir darüber. Du bekommst dein Sachen und gut ist es.“
Sie:“Ja, aber ich muss doc…“
Ich: „Nein, kein Ja, aber:“
Sie: „Ja, aber …“
Ich: „Neinhein, kein Ja, aber.“
Sie: „Aber …“
Ich: „Nein.“
Das haben wir jeden Tag getrieben bis sie lachen musste.

Heute sind endlich ihre ersehnten Sachen gekommen. Gegen halb eins klingelt das Telefon und sie war wieder dran: „Warum hast du mir heute Morgen nicht gesagt, dass die Sachen kommen?“
Ich: „Was hätte das geändert?“
Sie: „Ich hätte mich freuen können.“
Ich: „Kannst du doch jetzt auch.“
Sie: „Nee, kann ich nicht. Geht alles zurück. Ich brauche doch jetzt keine Caprihose mehr.“
Ich: „Ach?“
Sie: „Und die Qualität. Ganz schlecht. Alles Plastik.“
Ich: „Ja, stand dran, dass es Polyester ist.“
Sie: „Sitzt auch alles nicht. Und der Blazer ist bestimmt keine 42. Der ist viel zu klein.“
Ich: „Ach, wie das wohl kommt?“ (Wir hatten bei meinem letzten Besuch erörtert, dass sie wieder ordentlich was auf den Rippen hat)
Sie: „Das kommt von den vielen Muskel, die ich durch Rollstuhl fahren bekommen habe.“
Ich: „Interessant.“
Sie: „Ja, natürlich. Wovon sonst?“

Mögen ihr die Ausreden nie ausgehen. Diese hier war mein heutiges Highlight. Ich habe Tränen gelacht.

Der Mensch an sich …

… ist dumm, aber lernfähig.

Es sei denn es handelt sich um einen Menschen vom Typ Egoist.

Wenn ich in einer Zeit, in der die ganze Welt mit einem ziemlich schlauen Virus kämpft, höre: „Sollte die Maskenpflicht im Freien kommen, mache ich nicht mit!“, dann macht mich das sauer. Sehr saurer.
Wenn ich dann noch weiß, dass diese Menschen andererseits beklagen, was für arme Menschen sie doch sind, weil sie zur Risikogruppe gehören, dann würde ich am liebsten nur noch laut schreien und ihnen an den Kopf klatschen, damit da drin eventuell etwas an den richtigen Platz rutscht und das Denken halbwegs funktioniert.
Wenn man schon meint zur Risikogruppe zu gehören, sollte man dann nicht von sich aus alles tun, um sich selbst zu schützen? Von anderen will ich gar nicht reden, weil ich ja vom Typ Mensch Egoist rede. Denn die anderen haben längst begriffen, dass wir alle zur Risikogruppe gehören. Wer weiß denn schon, wie schwer es einen trifft im Falle einer Infektion. Auch ohne irgendwelche Vorerkrankungen.

Was ist daran so schlimm sich ein Stück Stoff oder was auch immer ins Gesicht zu hängen und damit Mund und Nase, ja, bitte danke beides, zu bedecken? Aus meiner Sicht nichts. Ich habe mich an dieses Ding gewöhnt und ja, ich trage es freiwillig auch im Freien, wenn ich in unser Städtchen gehe, da ist es eng und es laufen ganz viele Menschen vom Typ Egoist durch die Gegend.
Am liebsten sind mir die, die ohne irgendwie an Hygiene und Abstand zu denken Niesen, Husten und auf die Straße rotzen und die, die den Sauerstoffschlauch in der Nase und die Zigarette im Mund haben, das dazugehörige Sauerstofffläschchen auf dem Rollator und die MundNaseBedeckung klemmt am Kinn. Begibt man sich dann ohne jeglichen Ab- und Anstand in den Supermarkt, zieht man die MundNaseBedeckung einen Tick höher, sodass immer die Unterlippe bedeckt ist … kann ich irgendwo verstehen – ich würde auch nicht gern mit meinem alten Zigarettenmief unter der Maske eingesperrt sein, dass muss widerlich stinken.
Als ich neulich bei der Frauenärztin war, hatte ich meinen Morgenkaffee noch nicht ausgedünstet und saß mit dem Mief unter der Maske fest, das war nicht sehr schön. Ich bin aber auch wirklich geruchsempfindlich, bestimmt liegt es daran. Andere werden wahrscheinlich gar nicht merken, was sie ausdünsten.

Ich habe mich sogar so an dieses Ding gewöhnt, dass ich in einem Geschäft regelmäßig einen Schreck bekomme und denke: Scheiße, du hast vergessen die Maske aufzusetzen. Habe ich aber nicht. Ich merke sie nicht mehr. Vermutlich weil ich mich nicht dagegen sperre.
Selbst wenn ich nach Berlin fahre und sie dann sechs Stunden oder länger am Stück trage, weil ich vom Zug direkt zu meiner Mutter fahre, macht mir das nicht aus. Ist eben so. Gehört im Moment dazu, um mich und andere zu schützen.
Und ganz ehrlich – die Mimik der Menschen fehlt mir auch nicht. Die meisten rennen doch eh mürrisch, schlecht gelaunt und mit verkniffenem Mund durchs Leben. Muss ich nicht sehen.
Mir reicht ein Blick in die Augen. Wenn jemand strahlt, gut gelaunt, freundlich, offen, entgegenkommend, positiv ist, sehe ich das in den Augen.

So, die ganz persönlichen Ansichten einer dummen Hausfrau mussten mal raus.

Ach, das fällt mir ein: Ich bin dafür, dass jeder, der sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausspricht und sich so verhält, ein Schild tragen sollte, auf dem er genauso deutlich macht, dass er im Falle einer Infektion mit schwerem Verlauf auf jegliche intensivmedizinische Behandlung verzichtet.
Ja, auch diese Ansicht ist ganz persönlich.

Früher …

… in der Schule hatte ich immer mit bleierner Müdigkeit zu kämpfen. Es fiel mir unglaublich schwer mich zu konzentrieren, wenn mich der Lehrkörper mit epischen, lehrreichen Monologen bombardiert hat. Ich wurde sowas von müde, der Kopf schwer, ich konnte kaum noch die Augen offen halten und wollte eigentlich nur noch den Kopf auf den Tisch legen und ein Schläfchen machen. Ich dachte immer, dass das etwas mit Desinteresse … Langeweile zu tun hat.
Hat es aber augenscheinlich nicht. Das muss bei mir irgendwo in den Genen liegen. Als ich gestern vor meinem Malkurs saß, trat genau dasselbe auf. Ich wurde bleiern müde, konnte die Augen kaum offen halten, der Kopf drohte auf den Tisch zu knallen, ich wollte nur noch schlafen und das, obwohl mich der Kurs überhaupt nicht langweilt.
Ganz im Gegenteil. Es macht mir sehr viel Spaß, ich finde es interessant und bin erstaunt, dass ich den eingeblendeten Text, die Übersetzung, nicht lesen muss, sondern die englischen Erklärungen verstehe. Also eigentlich alles prima, wenn nur diese Müdigkeit … das Bedürfnis nach unbedingt jetzt schlafen müssen, nicht auftreten würde. Da muss ich durch. Vielleicht kann ich das irgendwie wegtrainieren.

Als ich gestern am tiefsten Schnarchpunkt angekommen war, bin ich in die Küche geschlurft und habe gebacken. Madeleines. Zum ersten Mal. Dafür habe ich mir extra so ein chices Blech gekauft. Und weil es ein wirklich tolles BackFernsehProgramm war, habe ich es fotorealistisch festgehalten:

Das war ein echt spannender Kurzfilm, 11 Minuten, länger dauert es nicht und obwohl ich mich natürlich wieder mal nicht ans Rezept gehalten habe (ich bin nämlich der festen Überzeugung, und meine Erfahrungen geben mir Recht, dass man sich auch beim Backen nicht genau ans Rezept halten muss), haben alle den für Madeleines typischen Bauch. Und schmecken tun sie auch noch.

So … jetzt husche ich rüber zu meinem Malkurs. Denn der Gatte hat gesagt, als ich mich heute Morgen laut fragte, wie ich meinen Tag gestalte und so Dinge wie Putzen, Kochen, Backen erwähnte: „Natürlich malen.“ Also lerne und male ich … und werde müde und heute werde ich nicht backen, wenn ich müde bin, heute gehe ich schlafen.

Vom Iglöw und anderem Unsinn

Mich muss vor Kurzem der Stein der Erkenntnis hart am Kopf getroffen haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich in den letzten beiden Tagen fleißig (das sagt nicht über das Ergebnis aus …) gemalt habe. Denn wie heißt es so schön – Übung macht den Meister.

Zum Einen haben ich endlich die Schafe eingefärbt …

Ja, die haben denselben Friseur wie die Pudel der Nachbarschaft … ich mag sie.

Dann erblickte gestern der/die/das Iglöw das Blatt Papier …

Wie es dazu kam? Ich dachte – „Mal doch einfach einmal ohne mit dem Bleistift vorzuzeichnen drauf los“. Dachte ich und machte ich und der/die/das kam dabei heraus.


Wenn ich von den Stiften, …

… die ich im Auftrag des Malkurses gemalt habe, absehe, hatte ich wirklich viel Spaß mit meinen Malereien.

Die angefangene Strickjacke ist bisher auf einem guten Weg …

Ist auch nicht so schwer. Geht immer nur gerade aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich aus zwei sechzig Zentimeter langen Kragen, das da oben ist nämlich der rechte Kragen und der linke wird genauso geradeaus gestrickt, und ein bisschen irgendwo etwas ranstricken, eine Jacke ergibt.

Als letztes möchte ich von unserem hochbegabten Toaster berichten. Dass er hochbegabt ist, weiß ich erst seit Kurzem. Vorher dachte ich, dass er ein wenig überschwänglich … schwungvoll ist. Zumindest erklärte ich mir damit, warum er den Toast, nach abgeschlossenem Toastvorgang, im hohen Bogen auf die Arbeitsplatte spuckte. Jetzt weiß, dass er trainiert hat …

Er spuckt nicht mehr, sondern stellt den Toast, zumindest einen, ordentlich quer über den Schlitzen ab.

Daran den zweiten Toast ebenfalls auf die Schlitze zu stellen, übt er noch. Aber wie war das am Anfang dieses Post?
Genau – Übung macht den Meister.

Bin ich heute gut. Ich habe den Schreibkreis geschlossen. Hatte ich nicht geplant.