Schon wieder Donnerstag

Die Zeit rennt, ohne das sich groß etwas verändert.

Ich renne, wie ein Hamster in seinem Rad, ständig Dingen hinterher, schließe Lücken, erfülle Wünsche und versuche dabei nicht völlig in meiner Depression zu versinken. Das fällt mir aber immer schwerer.

An manchen Tagen bin ich ich richtig gut und erledige Dinge, die ich normalerweise aufschieben würde, bis ich nahezu eine Nachtschicht einschieben muss, um es zu schaffen.
Gestern war so eine Tag. Ich habe ein Bubble-Kissen genäht, das ich tatsächlich erst in zehn Tagen abliefern muss.
Die Hüterin des kleinen Alpaka Garten in Berlin, für die ich die Weste gestrickt haben, – ja, die Weste ist tatsächlich pünktlich zum 31.08., das war das Enddatum, das ich mir für die Fertigstellung gesetzt, fertig geworden …

… 1000g Alpakawolle, wahrscheinlich zieht sich das Ding irgendwann bis zum Boden, so schwer wie es ist, das nur am Rande, jedenfalls hat sich die Hüterin der Alpakas ein Bubble-Kissen für ihren Schaukelstuhl gewünscht …

Nun ist der Wunsch erfüllt. Unglaublich langweilige Farben (wie schrieb ich gestern dem Gatten erklärend: Sieht ja keiner, ist nur für den Arsch), aber so gewünscht und gefüllt mit Alpakawolle. Ungefähr ein halbes Alpaka ging ins Kissen. Ich hoffe, dass das für genügend Sitzkomform sorgt. Wenn nicht, muss ich nach stopfen. Damit das Kissen nicht immer über das Holz rutscht und flutscht, besteht es zur Hälfte aus Alcantara (Waschleder), das für eine gute Haftung sorgen sollte.

Gestern Nachmittag freute ich mich sehr darüber, dass ich das Kissen vor der Zeit geschafft hatte und fing gerade an mir Gedanken darüber zu machen, was ich als nächstes in Angriff nehme, als meine Mutter anrief und mit einem ihren ständigen „Probleme“, die ich aus ihrer Sicht wie immer umgehend zu lösen hatte, mal wieder meinen Energiestecker zog. Das Gefühl ist so, wie wenn man bei einer Luftmatratze den Stöpsel rauszieht. Die Luft … meine Energie entweicht umgehend. Ich bin schlagartig müde, kaputt, genervt, verzweifelt, lust-, ideen- und antriebslos.
Gestern schleppte ich mich irgendwie durch den Abend und heute Morgen ging es dann wieder halbwegs. So halbwegs, dass ich jetzt immerhin blogge.

Der Krimi von vor zwei Wochen lässt mich noch nicht ganz los … zweimal bin ich seit dem nachts wach und hatte das Gefühl, dass jemand in der Wohnung wäre … aber der Tod des alter Herren von gegenüber scheint so weit geklärt zu sein, dass die Kripo das Haus freigegeben hat. Vergangenen Freitag und am Sonntag war der Tatortreiniger da. Die „Zugehfrau“ holt jeden Tag die Zeitung aus der Zeitungsrolle am Haus und gestern standen tatsächlich die drei Autos, die sich in den letzten Tagen die Einfahrt in die Hand gegeben haben, gemeinsam in der Einfahrt. Augenscheinlich müssen sich die Angehörigen nun zusammenrotten, auch wenn sie sich sonst weiträumig aus dem Weg gehen.
Irgendwie beruhigend, dass nicht nur bei uns die Familienverhältnisse schwierig sind.

So.

Den letzten Schnee, auch in der hintersten schattigen Ecke, hat das schöne Wetter der letzten Tage schmelzen lassen. Wir hatten dann doch eine ganze Menge von dem weißen Zeug.
Ich weiß nicht, ob der Vogel, der diese seltsamen Spuren im schmelzenden Schnee auf unserem Balkon hinterlassen hat, …

… ein Freudentänzchen aufgeführt hat oder einfach nur auf dem glatten Balkonboden ausgerutscht und dabei diverse Male mit dem Schnabel aufgeschlagen ist.
Egal wie es und wer es war, es hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Was in dieser Zeit eine Seltenheit ist. Leider.
Böse Zungen behaupten das Lächeln würde hinter den Masken verschwinden, ich behaupte das Lächeln und auch das Lachen verschwindet nicht hinter den Masken, sondern immer mehr durch Corona aus unseren Leben.

Da wir die handgenähten Masken nicht mehr tragen dürfen und auf FFP2 Masken umgestiegen sind, habe beschlossen aus den Stoffresten der Maskenproduktion einen Quilt zu nähen.
Ich habe mich für die Methode entschieden einzelne Blöcke zu nähen, zu quilten und dann die Blöcke zu verbinden und das Binding zu machen. Erspart mir das Hin und Her Geschiebe eines riesigen Stückes.

Die ersten drei Patches waren diese:

Vom schielenden Zebra ist, bis auf ein bisschen Grün, nichts mehr übrig. Schade eigentlich.

Insgesamt habe ich inzwischen 20 Patches:

Fünf weitere habe ich heute zugeschnitten. Insgesamt brauche 35 Patches. Als ich Ende Januar begonnen habe, habe ich im Stillen gedacht: Wenn ich jeden Tag drei Patches nähe, habe ich den Quilt Ende Februar fertig.
Wie gut, dass ich das nur im Stillen dachte (fast ganz still … dem Gatten hatte ich es anvertraut, aber der schweigt still darüber oder hat es vergessen) und nicht an die große Glocke hing. Ich musste mich nämlich zwischendurch an Bubble-Kissen versuchen. Das erste ging gewaltig in die Hose, weil ich die Bubbles so voll mit Watte gestopft hatte, dass sie nach der zweiten Reihe so sperrig waren, dass sie nicht mehr unter die Nähmaschine wollten.

An sich wäre es bestimmt ein ganz hübsches Kissen geworden …

Da ich aber nicht so schnell aufgebe und manchmal aus Fehlern lerne, ist der zweite Versuch gelungen …

Das hat sich das Kind unter den Arm geklemmt, als er uns im Mitte Februar besucht hat.

Es hat die handliche Reisegröße von ca. 33 x 33 cm.

Danach kam das Masken-Bubble-Kissen, …

… welches auf unserem Sofa wohnt. Es ist ein bisschen größer. Ca. 40 x 40 cm.

So ganz bin ich mit der Anordnung der Bubbles nicht zufrieden, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr die Dinger hin und her zuschieben, sondern war froh, dass sich dieselben „Farben“ nie direkt, also nicht an den Seitenkanten, berühren.

Heute habe ich das dritte Bubble-Kissen fertiggestellt. Das soll meine Mutter zum Geburtstag bekommen. Komischerweise musste ich, als es noch nicht fertig war und ich es von Weiten gesehen habe, immer an einen Eierkarton/eine Eierpappe denken …

Jetzt wo es fertig ist, habe ich die Assoziation nicht mehr.
Leider ist es mir auch bei diesem Kissen nicht gelungen, die Bubbles „fehlerfrei“ zusammenzusetzen. Ein Bubbles habe ich leider in der falschen Ausrichtung angenäht …

… ich hatte aber keine Lust zum Auftrennen. Das ist halt die persönliche Note.
Ein Bild vom fertigen Kissen gibt es noch nicht. Habe ich vergessen und jetzt ist es ein klein wenig zu spät oder früh? und zu lichtlos für ein Foto. Außerdem sollte ich zusehen, dass ich in dieser Nacht noch eine kleine Mütze Schlaf bekomme.