Eigentlich sollte ich …

… jetzt im Zug Richtung Berlin sitzen, aber die hohen Infektionszahlen haben mich davon Abstand nehmen lassen.
Ich habe deswegen schon seit Tagen mit mir gerungen. Der Gedanke an die Fahrt hat mir im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen gemacht. Und weil es mich heute Nacht mal wieder partout nicht schlafen ließ, habe ich um drei Uhr die Entscheidung getroffen nicht zu fahren. Immerhin waren mir nach der Entscheidungsfindung ab kurz nach fünf Uhr dann doch noch eineinhalb Stunden Schlaf vergönnt. Besser als nichts …

Montag und Dienstag habe ich den Schweinehund überwunden und mich an die Nähmaschine gesetzt, um dem Kind, wie versprochen, endlich sein Hemd fertig zu nähen.
Im Februar hatte ich damit begonnen. Es dann aber, nachdem ich mich durch das Nähen der Schulterpasse inklusive Kragen gequält hatte, ans Regal in meinem Zimmer gehängt und mich an die Einrichtung des Shops gemacht. Dann kam Corona und die vielen, vielen MundNaseBedeckungen, die ich genäht habe und dann kam keine Lust, weil ich vermutete, dass die Sache mit Ärmeln auch nicht so leicht werden würde. Ich hatte recht mit meiner Vermutung, aber jetzt ist das Hemd fertig.

Ja, es hängt da etwas belämmert, aber irgendwie geht es nirgends besser, weil das passende Licht nicht an allen Stellen freiverfügbar ist.

Trotz aller Mühe ist es nicht perfekt. Ich würde mal so sagen: Es hat Charakter … (sind wir nicht alle ein bisschen schief? Da kommt es auf die eine oder andere Naht nicht an ;O) )

Kappnähte werden wohl nie meine große Leidenschaft werden. Am Ärmel erst recht nicht. Bis ich das alles gesteckt hatte und mich dann fünf Zentimeterweise durch den Ärmel geruckelt hatte, war ich mindestens noch fünf Jahre älter und grauer und das pro Ärmel. Aber ich war tapfer. Habe durchgehalten und nicht die Abkürzung gewählt einfach eine gerade Naht zu nähen und die dann mit der Overlock zu versäubern. Ginge ja auch. Stand aber nicht in der Anleitung und ich übe mich gerade im Anleitung befolgen … fällt mir echt schwer so ganz ohne ein „Ja, aber …“ anzubringen.

Auch wenn man es nicht wirklich gut sehen kann, hat das Hemd sogar eine Taillierung spendiert bekommen.
Wie es scheint, habe ich gleich beim ersten Hemd wirklich nichts ausgelassen.

Nach langem Hin und Her ist es mir tatsächlich gelungen den Kragen ans Hemd zu bekommen. Ich vermute allerdings, dass das Kind den obersten Knopf am Kragen nie zu bekommen wird, so lange er im Hemd steckt.

Aus meiner Sicht hat der Schnitt am Kragen eindeutig eine Schwachstelle. Mir ist es erst nachdem ich mir drei Videos angesehen habe, wie man einen Kragen näht, gelungen aus den mir zur Verfügung stehenden Teilen einen Kragen zu basteln.
Ein Teil hatte ich am Ende über. Das habe ich dann später genutzt um mich im Knopflöcher nähen und Knöpfe annähen zu üben. Sehr praktisch.
Schade ist, dass das Hemd weiter hier rumhängen wird und ich noch nicht erfahre, ob es passt. Vielleicht schicke ich es ihm mit der Post oder nehme es beim nächsten Mal mit.

Jetzt bin ich bereit für neue Taten und werde mir überlegen, was ich heute mit der durch Reiseabstinenz gewonnen Zeit mache.

Der Mensch an sich …

… ist dumm, aber lernfähig.

Es sei denn es handelt sich um einen Menschen vom Typ Egoist.

Wenn ich in einer Zeit, in der die ganze Welt mit einem ziemlich schlauen Virus kämpft, höre: „Sollte die Maskenpflicht im Freien kommen, mache ich nicht mit!“, dann macht mich das sauer. Sehr saurer.
Wenn ich dann noch weiß, dass diese Menschen andererseits beklagen, was für arme Menschen sie doch sind, weil sie zur Risikogruppe gehören, dann würde ich am liebsten nur noch laut schreien und ihnen an den Kopf klatschen, damit da drin eventuell etwas an den richtigen Platz rutscht und das Denken halbwegs funktioniert.
Wenn man schon meint zur Risikogruppe zu gehören, sollte man dann nicht von sich aus alles tun, um sich selbst zu schützen? Von anderen will ich gar nicht reden, weil ich ja vom Typ Mensch Egoist rede. Denn die anderen haben längst begriffen, dass wir alle zur Risikogruppe gehören. Wer weiß denn schon, wie schwer es einen trifft im Falle einer Infektion. Auch ohne irgendwelche Vorerkrankungen.

Was ist daran so schlimm sich ein Stück Stoff oder was auch immer ins Gesicht zu hängen und damit Mund und Nase, ja, bitte danke beides, zu bedecken? Aus meiner Sicht nichts. Ich habe mich an dieses Ding gewöhnt und ja, ich trage es freiwillig auch im Freien, wenn ich in unser Städtchen gehe, da ist es eng und es laufen ganz viele Menschen vom Typ Egoist durch die Gegend.
Am liebsten sind mir die, die ohne irgendwie an Hygiene und Abstand zu denken Niesen, Husten und auf die Straße rotzen und die, die den Sauerstoffschlauch in der Nase und die Zigarette im Mund haben, das dazugehörige Sauerstofffläschchen auf dem Rollator und die MundNaseBedeckung klemmt am Kinn. Begibt man sich dann ohne jeglichen Ab- und Anstand in den Supermarkt, zieht man die MundNaseBedeckung einen Tick höher, sodass immer die Unterlippe bedeckt ist … kann ich irgendwo verstehen – ich würde auch nicht gern mit meinem alten Zigarettenmief unter der Maske eingesperrt sein, dass muss widerlich stinken.
Als ich neulich bei der Frauenärztin war, hatte ich meinen Morgenkaffee noch nicht ausgedünstet und saß mit dem Mief unter der Maske fest, das war nicht sehr schön. Ich bin aber auch wirklich geruchsempfindlich, bestimmt liegt es daran. Andere werden wahrscheinlich gar nicht merken, was sie ausdünsten.

Ich habe mich sogar so an dieses Ding gewöhnt, dass ich in einem Geschäft regelmäßig einen Schreck bekomme und denke: Scheiße, du hast vergessen die Maske aufzusetzen. Habe ich aber nicht. Ich merke sie nicht mehr. Vermutlich weil ich mich nicht dagegen sperre.
Selbst wenn ich nach Berlin fahre und sie dann sechs Stunden oder länger am Stück trage, weil ich vom Zug direkt zu meiner Mutter fahre, macht mir das nicht aus. Ist eben so. Gehört im Moment dazu, um mich und andere zu schützen.
Und ganz ehrlich – die Mimik der Menschen fehlt mir auch nicht. Die meisten rennen doch eh mürrisch, schlecht gelaunt und mit verkniffenem Mund durchs Leben. Muss ich nicht sehen.
Mir reicht ein Blick in die Augen. Wenn jemand strahlt, gut gelaunt, freundlich, offen, entgegenkommend, positiv ist, sehe ich das in den Augen.

So, die ganz persönlichen Ansichten einer dummen Hausfrau mussten mal raus.

Ach, das fällt mir ein: Ich bin dafür, dass jeder, der sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausspricht und sich so verhält, ein Schild tragen sollte, auf dem er genauso deutlich macht, dass er im Falle einer Infektion mit schwerem Verlauf auf jegliche intensivmedizinische Behandlung verzichtet.
Ja, auch diese Ansicht ist ganz persönlich.

Bunt …

… ist heute die Farbe meiner Gesamterscheinung.

Von unten nach oben – schwarze Schuhe, schwarze Strümpfe, dunkelblaue Jeans, weinrote mit schwarz, weiß und türkis gemusterte Bluse, Petrol/grün/türkis (anders türkis) Seidenschal, WindRegenjacke in Mint und dazu ein hoffnungsfroh grüner Rucksack … aber der Nagellack …

… passt zur Bluse.

Ich vergass die MundNaseBedeckung – dort wählte ich für die Hinfahrt dezentes Schwarz mit weißen Kringel, damit es nicht so bunt wird. Später zum Kindergeburtstag werde ich etwas anderes im Gesicht tragen.

E wie …

Einfach mal Bloggen.
Eigentlich sollte ich die Finger stillhalten, denn ich habe mir die Nägel lackiert. Uneigentlich fällt es mir unglaublich schwer die Finger still zuhalten … warum trocknet Nagellack nur so unglaublich langsam? Warum muss ich immer unbedingt etwas trinken, wenn ich mir gerade die Nägel lackiert habe? Warum muss ich mir immer unbedingt die Nase putzen, wenn ich mir gerade die Nägel lackiert habe? Warum muss ich immer aufs Klo, wenn ich mir gerade die Nägel lackiert habe? Obwohl ich vorher auf dem Klo war, weil ich um den Umstand weiß …
Fragen über Fragen. Da birgt ein bisschen auf die Tasten hämmern die geringsten Gefahr auf Lackschäden.

Morgen beabsichtige ich nach Berlin zu fahren. Mal wieder meine Mutter besuchen und im Anschluss wollte ich zum Kind, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Mal sehen, ob der zweite Teil des Plans funktioniert. Gestern hat er mir nämlich quasi abgesagt. Mann fühlt sich kränklich. An sich sehr umsichtig, andererseits ist nicht jeder Schnotz in der Nase Corona. Ich schnotze und kratze des öfteren vor mich hin (ja, und je näher der Berlin Besuch rückt, um so schnotziger und kratziger im Hals werde ich … ein Schelm, wer an Psychosomatisches denkt :O)) ), aber bisher war entweder Heuschnupfen oder fröhliches Hypochondrieren.
Wie es auch sei, es wäre blöd, wenn er mir absagt. Zum einem, weil ich ihm dann nicht persönlich zum Geburtstag gratulieren kann und zum anderen, weil mein Reiseplan auseinander fällt. Ich habe dann dreieinhalb Stunden Zeit, die ich irgendwie totschlagen muss … müsste, um meinen gebuchten Zug zubekommen. Es ist nicht so, dass ich mich in Berlin nicht beschäftigen könnte, aber dafür sind dreieinhalb Stunden zu wenig. Ich muss immer erst von A nach B, um etwas machen zu können und dann wieder von B nach C, um meinen Zug zu erwischen. Und die Fahrerei dauert immer und einen Sicherheitspuffer Zeit brauche ich auch. So eine S-Bahn fällt gern mal aus.
Viele Buchstaben wenig Sinn – so er denn absagt, werde ich mir nach dem Besuch bei meiner Mutter, den man Dank Corona, auch nicht so flexibel (Wann wollen Sie kommen? Wie lange wollen Sie bleiben? Länger als zwei Stunden dürfen Sie sowieso nicht. Ins Zimmer dürfen Sie auch nicht, da Ihre Mutter nicht bettlägerig ist … blablabla … der Fragebogen, den ich jedes Mal ausfüllen muss, sei nur am Rande erwähntaber alles gut, ich kann es verstehen und wäre die Letzte, die sich gegen irgendwelche Auflagen aufregtich möchte dort nichts einschleppen

(meiner Mutter ist das völlig egal … wie wahrscheinlich vielen alten Menschen … die meistens fühlen sich unbesiegbar …)

und ich kann mir nie sicher sein, ob mich dieser blöde Virus, bei aller Vorsicht und Umsicht, nicht doch erwischt hat) gestalten kann, eine früheren Zug in die Heimat suchen.
Heute sah die Option günstig früher Zurückreisen zu können noch gut aus, aber der Gatte sprach schon, dass ich mir auch einen etwas teureren Rückzug leisten darf. Feiner Zug vom ihm.
Wer bis hierhin folgen konnte, ist einfach großartig … ;O)).

Der Nagellack scheint trocken zu sein, also kann ich mich in die Küche begeben und mit der Gestaltung des Abendessen (Brotsalat mit Champignonsomelett … eigentlich sollte es etwas anderes geben, aber in diesem Mahl sind diverse Reste verarbeitet, die dringend weg müssen) beschäftigen.
Von all dem anderen banalen Kram, wie zum Beispiel Haarseifen, wallendes Haupthaar Dank Corona und dem Mops, der aus der Küche kommt, der aber eigentlich keiner ist, weil er zu lange Beine hat, berichte ich ein anderes Mal.

P.S. Ganz egal, ob mir mein Kind morgen einen Korb gibt, ich werde morgen Abend ein Glas auf mein Wohl trinken. Für mich ganz allein.
Ja, tatsächlich auf mein Wohl. Das mache ich seit seinem 1. Geburtstag … an seinem Geburtstag fühlte ich mich Dank Kaiserschnitt (morgen schließt sich mal wieder ein kleiner Kreis – das Kind ist an einem Dienstagmorgen geboren) und dem Bestreben trotzdem so schnell möglich das Krankenhaus zu verlassen (ich tat es nach drei Tagen – früher wollten sie mich nicht gehen lassen) nicht in der Lage mit mir anzustoßen.
Aber seit seinem 1. Geburtstag mache ich das tatsächlich jedes Jahr.
Ja, es ist sein Geburtstag, aber ich habe ihn aus gebrütet und zur Welt gebracht und das darf ich mit mir und für mich feiern. Eins der wenigen Dinge auf die ich stolz bin.

Sich in den Finger zu schneiden …

… ist an sich schon nicht so eine gute Idee, aber zu Coronazeiten ist die Idee, wenn man nicht genügend Pflaster im Haus hat noch viel dümmer.
Ich war leider am Sonntagabend, als ich dem Lachs die Haut gezogen habe, so dumm und haben mir sehr, sehr großzügig, sowohl was die Breite des Schnitts, als auch die Tiefe angeht, in den linken Zeigefinger geschnitten. Es hat zum einen den Vorteil, dass ich jetzt weiß, dass ich das Messer ganz ordentlich geschärft habe, aber den Nachteil, dass ich nun gezwungenermaßen regelmäßig ein Pflaster brauche. Leider ist unser Pflaster Bestand nicht mehr so groß. Das war mir schon eine Weile bekannt und ich war bereits bemüht gewesen diesen Pflastermangel zu beseitigen. Ging aber nicht. Hier ist in sämtlichen Drogerien, Apotheken und anderen Läden, in denen ich die von mir heiß begehrte Ware bekommen könnte, nichts zu finden. Ich möchte gar nichts besonderes, sondern das ganz normale, klassischen Heftpflaster. Einziges „Luxus Attribut“ ich will das von Hansaplast … ich hätte aber inzwischen, wenn ich welches gefunden hätte, auch 0815 Billigpflaster genommen, auch in dem Wissen, dass es nicht richtig kleben wird. Aber hier ist rein gar nichts zu bekommen.
Ja, ich kann wasserfestes, sensitives, antibakterielles oder was die Dinger noch alles können, bekommen. Will ich aber nicht. Unter den Dingern herrscht so ein Klima, dass die Wunde immer schwitzt … feucht ist. Das ist nicht gut. Außerdem haben die Dinger auch immer überall rundum Kleber, was ich nicht mag und nur vorgegebene Größen. Mein Finger hat aber seine ganz eigene, individuelle Größe.
Um endlich zum Punkt zu kommen: ich weiß nicht, was die Menschen mit Mengen von Heftpflaster machen … wofür sie sin der Corona Krise brauchen oder warum nicht ausreichend welches produziert wird, denn auch bei der Suche im Internet habe ich eine Weile gebraucht, bis ich jemanden gefunden habe, der mir Pflaster verkauft. Bis das geliefert wird, halte ich meine linke Hand ganz ruhig und teile mir das noch vorhandene Pflaster ein (die Abschnitte werden immer kleiner, langsam muss ich aufpassen, dass ich nicht zu klein abschneide und dann die Hälfte der Wunde rauskuckt) und versuche beim Händewaschen den linken Zeigefinger nicht dauernd unter Wasser zu setzen. Wird ja quasi auch nicht dreckig, wird schließlich geschont.

So eine böööööse Verletzung hat aber den Vorteil, dass ich mich, damit der Finger geschont wird, um andere Dinge kümmern kann. Ums Malen zum Beispiel.
Das NichtenKind hatte sich in Fridolin-Baltasar (ganz runterscrollen) und in den Schnecken fressenden Waschbären, …

… den ich für meine Schwester, als Begleitung der MundNaseBedeckungen, die ich ihr genäht hatte, mit in das Paket gelegt hatte, verliebt und stellte nun die Frage, wie sie an eines meiner Werke kommt.
Die Frage war quasi die Antwort und darum hat das NichtenKind von mir einen Ausdruck von Fridolin-Baltasar bekommen und ihr ganz eigenes Bild …

Dieses freundliche Alpaka hat sich heute auf den Weg zu ihr gemacht. Ich hoffe, es erheitert ihr den Arbeitsalltag, denn es soll an der Wand bei ihrem Schreibtisch hängen.

Ich hatte viel Spaß beim Malen und habe meinen Finger geschont. Gleich werde ich ihn noch ein wenig mehr schonen und noch ein bisschen malen. Morgen schone ich auch noch meinen Finger und beziehe nach dem Entfernen des linken verkrüppelten Backenzahns die dann entstandene Großraumlücke, die nachdem den richtigen Einsatz von Nadel und Faden hoffentlich nicht mehr so groß und klaffend ist, ins Schonprogramm ein.
Ich grusel mich nur ein ganz kleines bisschen vor morgen ………………………….

„Wir fahren, wir fahren, …

… wir fahren nach Berlin!“, jubilieren heute Morgen die Grillen in meinen Kopf.

Sie sind mächtig aufgeregt und dementsprechend laut.

Vielleicht sollte ich mich mit ihnen bei der KopfGrillenSchule zur KopfGrillenErziehung anmelden.

P.S. MundNaseSchutz ist toll. Darunter kann man prima das schlaffe Doppelkinn verstecken 😁

Guten Tag

Ich bin nicht neu hier, aber vielleicht komme ich ab jetzt trotzdem wieder öfter. Vorgenommen habe ich es mir, aber ich hatte mir auch seit zwei Wochen vorgenommen zu bloggen … öööööööh…ja …

Ich weiß gar nicht mehr wie bloggen geht und kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass sich irgendjemand für mein graues, langweiliges Leben und meine Ansichten interessiert, aber ich versuch es …

Corona hat uns immer noch fest im Griff. Auch wenn man schon lange wieder Klopapier kaufen kann. Mehl geht auch schon eine Weile, wenn man nicht anspruchsvoll ist, was die Mehlsorte angeht.
Seit 14 Tagen können wir endlich wieder Hefe kaufen. Ja, hier gab es tatsächlich so lange keine Hefe.
Einmal habe ich mir 500g frische Hefe (die war und ist, weil ich sie portionsweise eingefroren habe und immer noch etwas habe, richtig super – ich hatte richtige Bäckerhefe bestellt. Das ist ein deutlich zu merkender Unterschied) bestellt und einmal habe ich mir Anfang Juni zwei Würfel aus Bayern mitgebracht, als wir meine Schwägerin und meinen Schwager ein paar Tage besuchen waren. Tolles Reiseandenken.
Gerade hat sich eine neue Versorgungslücke aufgetan. Es sind keine Einmalhandschuhe im örtlichen Handel, den ich unterstützen soll und will, wenn ich den könnte, zu bekommen. Also habe ich welche bestellen müssen. Für einen ganz erstaunlichen Preis. Über das Doppelte, was ich sonst dafür bezahle. Das hatte ich im örtlichen Handeln an den leeren Regalen aber auch schon gesehen. Nun bekomme ich Einmalhandschuhe aus Italien. Nein, sie sind nicht Grün-Weiß-Rot, sie sind schlicht schwarz.

Anfang des Monats hielt ich gerade ein neues smartes Phone in der Hand, als ich mir eine meiner Kronen raus gefallen ist. Ich dachte gleich: „Ups! Das sieht nicht gut …“ (es ist oben auf der linken Seite der letzte Backenzahn, den ich dort noch habe und somit leider unverzichtbar)
Der Zahnarzt meines Vertrauens war der gleichen Meinung, hat zwar noch tapfer auf dem nicht sehr großen Rest des Zahnes herumgebohrt, um die Karies zu entfernen und den Zahn und damit die Krone irgendwie zu retten, musste aber die Segel streichen und hat mich, mit der Bitte der Zahnentfernung und dem Einbau eines Implantats zum Kieferchirurgen überwiesen. Woraufhin ich das neue smarte Phone wieder vorsichtig in den Karton gepackt und zurückgeschickt habe. Geld ist leider nicht aus Gummi und mit einem smarten Phone kann man nicht kauen.
Nun habe ich Anfang August morgens um Neun eine Verabredung mit dem charmanten Kieferchirurgen, der mir flugs den linken, verkrüppelten Backenzahn entfernt. Drei Monate später schraubt er mir dann das Implantat in den Kiefer und dann darf der Zahnarzt eine Krone basteln … das Leben kann so schön sein. Endlich habe ich eine sinnvolle Beschäftigung und muss mir nicht überlegen, wie viel Geld ausgeben kann … Nörgs.

Dann habe ich mir, weil es für Stimmen noch nicht reicht, ein paar Grillen eingefangen und in meinen Kopf gesperrt, damit es nicht immer so schrecklich ruhig ist, weil ich alleine bin. Soll heißen: Ich habe einen Tinnitus.
Was ich daran total spannend finde, ist der Umstand, dass es allgemein heißt, es sind Ohrgeräusche. Darum wäre ich nie darauf gekommen, dass ich einen Tinnitus habe könnte. Ja, ich „höre“ die Grillen … das Fiepen … das Zirpen … das Flirren, wie auch immer ich es benennen will, aber es ist für mich ganz klar, dass es nicht mit meinen Ohren zu tun hat. Die Geräusche sind im Kopf. Naja, habe ich wenigstens mal was im Kopf und nicht nur um die Ohren.

Genau. Und weil ich so viel um die Ohren habe, mache ich jetzt Schluss und mich auf den Weg die Fahrratte (mein Fahrrad) vom Fahrraddoktor abholen.
Irgendwie hat sich die eine Vorderbremse festgesetzt. Was sich als hässliches Geräusch darstellte und die Felge warm werden ließ, als wir Sonntag eine Radtour machen wollten. Der Gatte war schon ganz erleichtert, als wir umgekehrt sind, dass die Radtour an ihm vorübergeht, aber nichts da. Im Keller steht noch das Ersatzfahrrad, welches ich schnell beatmet habe und dann konnte es losgehen. Nach 25 Kilometer war ich aber froh, dass der Weg nach Hause nur noch ein kurzer war. Mein zartes Gesäß wollte nicht mehr auf dem Sattel sitzen und das bitte gleich und sofort. Die nächste Radtour wird besser und länger (schnell durchstreichen, damit es der Gatte nicht sieht und vorgewarnt ist).

Der Montag …

… startet wie der Sonntag mit Schnee.

Heute gibt es allerdings eine deutlich größere Portion Schnee als gestern. Es schneit immer noch, aber die Flocken werden immer größer, deutlich schwerer und feuchter. Das lässt vermuten, dass uns der anschließende Regen bald erreicht. Wobei mir der Schnee eindeutig lieber ist, weil es die Welt ein wenig heller macht, als der Regen.

Nachdem ich gestern einen Bericht über Taiwan und deren Umgang mit der Corona Pandemie gelesen habe, habe ich mich entschlossen für uns Mundschutze zu nähen und diese dann aus Respekt vor und zum Schutz der anderen im öffentlichen Raum, sprich beim Einkaufen, zu tragen.
Bei unseren täglichen Spaziergängen, die zwar auch im öffentlichen Raum stattfinden, aber eben draußen mit auf jeden Fall genügend freiem Raum und frischer Luft um mich rum, werde ich wohl aufs Tragen verzichten … wahrscheinlich … mal sehen.

Gestern hatte ich einen eher düsteren Corona Pandemie Tag.
In der Nacht hatte ich schlechter als schlecht geschlafen.
Immerhin haben die gut vier schlaflosen nächtlichen Stunden dazu beigetragen, dass ich mein ausgeliehenes Buch doch noch fertig lesen konnte, bevor die Bücherei es mir vom Reader zieht, weil die Leihdauer abgelaufen ist.
Dann gab es das tägliche, mühsame „Erklär mir jeden Tag aufs neue Corona von Anfang an und wann ist es zu Ende“ – Telefonat mit meiner Mutter.
Danach telefonierte ich mit der großen Schwester, die gerade schweren Herzens … noch schweren Herzens ihre KG-Praxis schließt. Quasi vorgezogener Ruhestand Dank Corona. Naja, besser jetzt und ohne Verluste, als später und mit einem großen Loch in der Tasche.
Leider kann ich sie zurzeit nicht durch körperliche Anwesenheit unterstützen. Es muss ein offenes Ohr, das Angebot der Übersendung eines langen LAN-Kabels und das Verfassen von Anschreiben zur Abwicklung der Praxis reichen. Nicht so schlecht, dass ich fast zehn Jahre in der Praxis gearbeitet habe und weiß worum es geht.

Was mich gestern ganz besonders belastet hat, ist die Perspektivlosigkeit.
Dieses keine Pläne machen können, weil ich nicht weiß, wie es, wann auch immer, weitergehen wird.
Das es weitergeht ist klar, aber die Welt wird eine andere sein.
Halt! Das ist falsch formuliert – Das Leben auf dieser Welt wird ein anderes sein.
Zumindest vorübergehend. Denn der Mensch vergisst gern die unangenehmen Dinge.
Es gab schon immer irgendwelche Viren, Seuchen, Erkrankungen, welcher Art auch immer, die die Menschheit ausgedünnt hat … vor große Herausforderungen gestellt hat. Danach strebte die Menschheit bisher immer weiter. Auch nach Corona wird es so sein.
Spannend wird sein, wer die Gewinner der Krise sind.

Samstag

Langsam muss ich an die Tage ranschreiben, wie sie heißen, damit ich noch ungefähr weiß, an welcher Stelle der Zeitrechnung ich mich befinde.
Nicht, dass dieses Gleichmass wirklich schlecht wäre, aber es ist verwirrend.

Ähnlich verwirrend wie so manches, das ich über die Corona Pandemie lese und höre.
Wie kann man zum Beispiel nach gerade mal fünf Tagen Kontaktsperre darüber nachdenken, diese schon wieder aufzuheben?
Hallo! Geht es noch?
Wir halten einmal kurz die Welt an, bringen die Wirtschaft fast zum Stillstand, zerstören Existenzen, setzen unglaubliches Geld für Hilfspaket, was auch immer sie bringen mögen, frei und so weiter und so weiter und dann nach noch nicht einmal einer Woche denkt man an die Rückkehr ins normale Leben nach? Kann ja wohl nicht sein …

Vielleicht sind aber wirklich die meisten Menschen wie meine 85 jährige Mutter, die mich jeden Tag fragt, wann das denn alles vorbei ist. Die der Meinung ist, dass es lange genug dauert und sie es nicht mehr hören kann.
Sie versteht es einfach nicht. Außerdem langweilt sie sich in ihrem Heim zu Tode, obwohl sich für sie nicht so viel verändert hat.

Bei mir hat sich bisher keine Langeweile eingestellt. Mit irgendetwas bin ich immer beschäftigt. Manchmal erscheinen mir Tage sogar kürzer als sonst. Das liegt sicherlich daran, dass ich jetzt jeden Tag 24 Stunden den Gatten um mich habe. Das bin ich nicht gewohnt. Sonst bin ich alleine.
In der Tat ist die Kontaktsperre für mich nicht schwer umzusetzen. Bei manchen Maßnahmen würde ich es sogar begrüßen, wenn man sie beibehält. Ich finde es zum Beispiel großartig, dass man mir im Supermarkt nicht mehr am Rücken klebt.

Weniger großartig finde ich dagegen, dass ich nicht weiß, wann ich mein Kind wiedersehe. Das ob, das durchaus in meinen Gedanken kreist, habe ich im vorherigen Satz bewusst weggelassen … man weiß ja nicht.

Damit mein Kind sieht, dass ich an ihn denke, habe ich gestern mit dem Schal angefangen. Die Anleitung zu dem gewünschten Schal hatte mir schon beim ersten Lesen leichte Fragezeichen auf die Stirn gezaubert.
Nicht etwa weil sie in Englisch ist, sondern weil sie außerordentlich ausführlich ist … es gibt noch nicht einmal eine Angabe, wie viel Wolle gebraucht wird. Darum habe ich natürlich viel zu viel Wolle bestellt und kann mindestens drei Schale häkeln.
Gestern versuchte ich mit dem ersten Knäuel Wolle und einer Häkelnadel bewaffnet die Anleitung zu verstehen. Sollte eigentlich mit den richtigen Anleitungsbegriffe nicht so schwer sein. War es aber, weil eben nicht wirklich richtig …
Irgendwann habe ich die Anleitung in die Ecke gepackt und mir durch Versuch und Irrtum das Muster erschlossen.

Es ist an sich nicht schwer, nur etwas mühsam ewig die gekreuzten Maschen zu häkeln, …

… aber dem Kind gefällt es und ein bisschen regenbogenbunt kann meinem Leben auch nur gut tun.

Nun werde ich mich ins Bad begeben und mich tagfein machen, damit wir frühstücken können … ja, wir verlottern so richtig.

Ab jetzt wird alles besser (ironiean/aus)

Heute wäre nämlich unsere Abreise von Rügen gewesen. Somit müssen wir nicht mehr traurig sein, dass der Urlaub geplatzt ist und wir viele traumhafte Sonnenuntergänge verpasst habe. Das Wetter war nämlich die ganze Zeit, die wir auf der Insel gewesen wären, genauso schön wie vor drei Jahren zu unserer Hochzeit.

So wie oben drüber sah mein Schloss, indem wir geheiratet haben, und das Wetter 2017 am 24.03. aus und so sah es am vergangenen Dienstag aus, …

Im Moment hat das Schloss seine Pforten geschlossen und man kann nur im weiten Bogen herumgehen.
Ich habe noch nie ein Bild von meinem Schloss gemacht auf dem keine einziger Mensch ist. Eine völlig neue Erfahrung.

Um unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag gebührend zu feiern, sind wir abends essen gegangen … wir haben unser Essen von der Küche an den Esstisch im Wohnzimmer getragen. Es gab Zanderfilet auf einem Grüne Linsen Chicoree Tomaten Rague. Sehr lecker.

Dieser besondere Tag war zwar nicht wie geplant, aber wir haben im Rahmen der Möglichkeiten das Beste daraus gemacht.

Um nicht daran denken zu müssen, dass ich wegen diesem Corona Kram mein Kind nicht wie geplant am Wochenende hier begrüssen kann, werde ich mich ans Werk machen und ihm den Schal tatsächlich häkeln, den er sich gewünscht hat. Heute Morgen ist nämlich endlich die Wolle dafür gekommen.

Diese Statusänderung musste ich ihm natürlich gleich mitteilen:

Freut mich sehr, dass er ihm gefällt.

Falls ihr demnächst nichts mehr von mehr lest, liegt es daran, dass der Gatte und ich uns die Köppe eingeschlagen haben. Er hat, weil er, wie schon erwähnt, zur Risikogruppe gehört, seinen Urlaub bis zum 19.04. verlängert. So lange waren wir noch nie am Stück zusammengepfercht. Schon gleich gar nicht mit so wenig Auslauf.
Seit Montag weiß ich, dass ich ebenfalls zur Risikogruppe gehöre. Bisher hatte ich mich immer damit getröstet, dass ich nur Heuschnupfen habe und kein Corona. Nun weiß ich, dass mich der Heuschnupfen in die Risikogruppe einreiht. Fein, ich mochte ihn noch besonders gerne. War immer eher genervt von ihm. Das macht unser Verhältnis nicht besser. Ich würde mich gern von ihm distanzieren, schon seit Jahrzehnten, aber er ist und bleibt anhänglich und hält sich nicht an die Kontaktsperre.