Guten Tag

Ich bin nicht neu hier, aber vielleicht komme ich ab jetzt trotzdem wieder öfter. Vorgenommen habe ich es mir, aber ich hatte mir auch seit zwei Wochen vorgenommen zu bloggen … öööööööh…ja …

Ich weiß gar nicht mehr wie bloggen geht und kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass sich irgendjemand für mein graues, langweiliges Leben und meine Ansichten interessiert, aber ich versuch es …

Corona hat uns immer noch fest im Griff. Auch wenn man schon lange wieder Klopapier kaufen kann. Mehl geht auch schon eine Weile, wenn man nicht anspruchsvoll ist, was die Mehlsorte angeht.
Seit 14 Tagen können wir endlich wieder Hefe kaufen. Ja, hier gab es tatsächlich so lange keine Hefe.
Einmal habe ich mir 500g frische Hefe (die war und ist, weil ich sie portionsweise eingefroren habe und immer noch etwas habe, richtig super – ich hatte richtige Bäckerhefe bestellt. Das ist ein deutlich zu merkender Unterschied) bestellt und einmal habe ich mir Anfang Juni zwei Würfel aus Bayern mitgebracht, als wir meine Schwägerin und meinen Schwager ein paar Tage besuchen waren. Tolles Reiseandenken.
Gerade hat sich eine neue Versorgungslücke aufgetan. Es sind keine Einmalhandschuhe im örtlichen Handel, den ich unterstützen soll und will, wenn ich den könnte, zu bekommen. Also habe ich welche bestellen müssen. Für einen ganz erstaunlichen Preis. Über das Doppelte, was ich sonst dafür bezahle. Das hatte ich im örtlichen Handeln an den leeren Regalen aber auch schon gesehen. Nun bekomme ich Einmalhandschuhe aus Italien. Nein, sie sind nicht Grün-Weiß-Rot, sie sind schlicht schwarz.

Anfang des Monats hielt ich gerade ein neues smartes Phone in der Hand, als ich mir eine meiner Kronen raus gefallen ist. Ich dachte gleich: „Ups! Das sieht nicht gut …“ (es ist oben auf der linken Seite der letzte Backenzahn, den ich dort noch habe und somit leider unverzichtbar)
Der Zahnarzt meines Vertrauens war der gleichen Meinung, hat zwar noch tapfer auf dem nicht sehr großen Rest des Zahnes herumgebohrt, um die Karies zu entfernen und den Zahn und damit die Krone irgendwie zu retten, musste aber die Segel streichen und hat mich, mit der Bitte der Zahnentfernung und dem Einbau eines Implantats zum Kieferchirurgen überwiesen. Woraufhin ich das neue smarte Phone wieder vorsichtig in den Karton gepackt und zurückgeschickt habe. Geld ist leider nicht aus Gummi und mit einem smarten Phone kann man nicht kauen.
Nun habe ich Anfang August morgens um Neun eine Verabredung mit dem charmanten Kieferchirurgen, der mir flugs den linken, verkrüppelten Backenzahn entfernt. Drei Monate später schraubt er mir dann das Implantat in den Kiefer und dann darf der Zahnarzt eine Krone basteln … das Leben kann so schön sein. Endlich habe ich eine sinnvolle Beschäftigung und muss mir nicht überlegen, wie viel Geld ausgeben kann … Nörgs.

Dann habe ich mir, weil es für Stimmen noch nicht reicht, ein paar Grillen eingefangen und in meinen Kopf gesperrt, damit es nicht immer so schrecklich ruhig ist, weil ich alleine bin. Soll heißen: Ich habe einen Tinnitus.
Was ich daran total spannend finde, ist der Umstand, dass es allgemein heißt, es sind Ohrgeräusche. Darum wäre ich nie darauf gekommen, dass ich einen Tinnitus habe könnte. Ja, ich „höre“ die Grillen … das Fiepen … das Zirpen … das Flirren, wie auch immer ich es benennen will, aber es ist für mich ganz klar, dass es nicht mit meinen Ohren zu tun hat. Die Geräusche sind im Kopf. Naja, habe ich wenigstens mal was im Kopf und nicht nur um die Ohren.

Genau. Und weil ich so viel um die Ohren habe, mache ich jetzt Schluss und mich auf den Weg die Fahrratte (mein Fahrrad) vom Fahrraddoktor abholen.
Irgendwie hat sich die eine Vorderbremse festgesetzt. Was sich als hässliches Geräusch darstellte und die Felge warm werden ließ, als wir Sonntag eine Radtour machen wollten. Der Gatte war schon ganz erleichtert, als wir umgekehrt sind, dass die Radtour an ihm vorübergeht, aber nichts da. Im Keller steht noch das Ersatzfahrrad, welches ich schnell beatmet habe und dann konnte es losgehen. Nach 25 Kilometer war ich aber froh, dass der Weg nach Hause nur noch ein kurzer war. Mein zartes Gesäß wollte nicht mehr auf dem Sattel sitzen und das bitte gleich und sofort. Die nächste Radtour wird besser und länger (schnell durchstreichen, damit es der Gatte nicht sieht und vorgewarnt ist).

Unseren Urlaub …

… hatten wir uns anders vorgestellt.

Statt auf unseren Balkon und die davor stehende, immer noch kahle Birke …

zu schauen, wollten wir, wie vor drei Jahren zu unserer Hochzeit, den unverbauten Blick auf die Ostsee …

… und den einen …

… oder anderen …

… Sonnenuntergang genießen. Die Wetteraussichten dafür waren perfekt, aber dank Corona reicht es nur fürs heimische Sofa mit einem sehr unguten Gefühl und vielen unguten Gedanken.
Meine Mutter muss sich mit einem Paket zu ihrem Geburtstag begnügen. Ich dürfte sie zwar besuchen … noch (wer weiß, was sie sich morgen ausdenken) dürfte ich sie besuchen, aber nur für eine Stunde und nur eine Person darf zu ihr. Weil die Fahrerei in keinem Verhältnis zum positiven Effekt stehen würde und der Gatte draußen warten müsste, haben wir auch das abgesagt. So sind wir alle auf der vermeintlich sicheren Seite.

In den letzten Tagen musste ich feststellen, dass ich nicht gut im Hamstern bin.
Zum einen, weil es Dinge, z. B. Mehl, Klopapier, TK-Gemüse nicht gibt. Zum anderen weil ich, wenn ich etwas erbeutet habe, z. B. eine Packung Dinkelnudeln, nicht mehr weiß, wo ich sie hingelegt habe.
Da sieht man mal wieder, dass man auch oder vielleicht auch gerade in solchen Zeiten etwas über sich lernt. Ich habe gelernt, dass ich ein Hamster mit Eichhörnchenhirn bin.

Heute habe ich erfolgreich gehamstert. Ich habe ein Kilo Kaffeebohnen erstanden, bevor der Laden wahrscheinlich ab morgen schließen muss.
Das macht mich sehr stolz.
Noch stolzer macht mich der Umstand, dass ich noch weiß, wo ich den Kaffee hingelegt habe.

Klopapier werden wir sicherlich auch noch irgendwann auch noch abbekommen. Es sit noch nicht ganz so dringend.
Genug Seife hingegen haben wir. War auch nicht so einfach, aber wir konnten gestern noch zwei Packungen Flüssigseife ergattern.

Die Zeiten sind völlig verrückt und verdreht.
Wir sollen möglichst zu Hause bleiben und möglichst wenig in die Öffentlichkeit gehen, aber es ist schon seit nahezu zwei Wochen mühsam einkaufen zu gehen. Es dauert unglaublich lange und man muss viele Geschäfte abklappern, bevor man überhaupt annähernd bekommt, was man braucht.
Da klafft eine riesen Lücke zwischen der politischen Vorstellung von der Verhinderung einer weiteren schnellen Ausbreitung und der sich ergebenden Realität. Höchst unbefriedigend und nervenaufreibend.

Ich würde gern Urlaub von Corona machen. Ein paar Tage nichts darüber hören, sehen, lesen und denken müssen.