Der Zahn …

… ist Geschichte. Seine Entfernung und die Nachwehen, z.B. gab es drei Tage nur Tütensuppe mit dem Teelöffel gelöffelt, weil ich den Mund nicht weit genug aufbekam und nur so sicherstellen konnte, das nichts ins tiefe Loch läuft, hat mich einige Tage vom Leben leben abgelenkt.

Ich habe zwischendurch ein bisschen gemalt. Dafür braucht man weder den nicht mehr vorhandenen linken verkrüppelten Backenzahn, noch den vom Schnitt geplagten linken Zeigefinger. Herausgekommen ist als erstes das hier:

Das ist ein Verwandter vom guten alten Zahnputzkrokodil. Die Verbindung liegt nah, wenn man gerade mit einem Zahnverlust kämpft.

Danach habe ich den …

… gemalt. Erschien mir einfach zu Malen zu sein.

Ja, das auf seinem Rücken ist eine Chamäleon-Heuschrecke. Ob sie gefressen wird oder nicht, müssen die beiden miteinander ausmachen.
Gegenüber vom Chamäleon ist noch ein halbfertiger Gecko …

… zu entdecken. Irgendwie bin ich an dem abgestorben.
Maltechnisch bin ich sowieso gerade abgestorben. Dabei hatte ich gerade sie eine wunderbare Idee entwickelt. Ich will das Buch, indem sich schon das Kroko, das Chamäleon und der Gecko befinden, ganz mit Tieren befüllen. Die Liste der Tiere, die ich malen will ist bereits fertig. Ich müsste nur noch malen, aber … aber … aber irgendetwas hält mich ab.

Vorgestern hatte ich sogar noch eine Idee für Ö, welches gar nicht geplant war.
Als ich der großen Schwester eine erste schnelle Skizze per WhatsApp schickte und fragte, ob das als Tier zählen würde …

… gab es als Antwort: „Nur wenn du sie nicht isst und in Tomatensoße malst.“
Ich würde nie Fisch in Tomatensoße aus der Dose essen. Genauso wenig wie Ravioli, aber die zählen an der Stelle nicht, die sind kein Tier.

Der Corona Kram …

… tut mir nicht gut.
Er lässt mich hypochondrieren … ständig in mich hineinhören, lässt mich mich mehr denn je ums Kind und den Gatten sorgen. Verstärkt meine Depression und Angststörung.

Ich finde es verdammt schwer zu diesem Corona Kram einen hoffnungsvollen Zugang zu finden.
An sich hatte ich mir Anfang der Woche auferlegt mich einmal am Tag über den neusten Stand von Corona zu informieren und ansonsten die Klappen möglichst zuzumachen.
Funktioniert leider nicht wirklich. Es ist einfach allgegenwärtig. Die Welt scheint auf den Coronavirus reduziert zu sein.

Was mir in dieser Zeit am meisten fehlt, sind ein paar positive Nachrichten. Eine klitzekleine Randnotiz wie zum Beispiel: „Ein Überleben des Coronavirus ist durchaus möglich“ oder „Es weiß noch keiner wie, aber es wird ein Leben nach dem Coronavirus geben“.

Im Moment scheint dieser Virus uns alle dahin zu meucheln. Ganz egal was wir tun, er erwischt uns alle. Es gibt keine Entrinnen. Die Frage ist nur wann.
Warten wir es ab. Sitzen wir es aus.
Ich kann die angeordneten Maßnahmen alle verstehen und bin bereit sie umzusetzen und setze sie auch um. Wir bleiben brav zu Hause. Na gut, nicht immer, aber eine einsame Runde an der frischen Luft ist noch nicht verboten und kann der Gesundheit nur zu gute kommen.
Aber den Zustand des Wartens, den eben dieses „Warten wir es ab – Sitzen wir es aus“ hervorruft, finde ich furchtbar.
Ich konnte noch nie gut warten. Ich finde es schon blöd auf ein Paket warten zu müssen, auf des Inhalt ich mich wenigstens in den meisten Fällen freuen kann.
Aber worauf warte ich?
Wie lange muss ich warten?
Gibt es einen Grund mich auf das, worauf ich warte, zu freuen?
Oder soll ich dem lieber bange entgegensehen, weil es nicht besser sein wird?
Fragen über Fragen auf die keiner eine Antwort hat.

Inzwischen bin ich so verunsichert, dass ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob sich irgendjemand sicher ist, etwas genaues über diesen Virus und dessen Verbreitung zu wissen.
Ist es noch „zeitgemäß“ bei Menschen mit Symptomen nur auf Corona zu testen, wenn es die begründete Möglichkeit auf den Kontakt mit einem infizierten Menschen gegeben hat?
Gerade wo es doch heißt, dass es auch Infizierte ohne Symptome gibt?
Und immer häufiger die Infektionsketten nicht geklärt werden können.

Der Gatte hatte gerade eine Erkältung. Ich hatte gerade eine Erkältung.
Jedenfalls gehen wir beide davon aus, dass es eine Erkältung war, weil wir beide keine bekannten Kontakte zu Corana Infizierten hatten und es tatsächlich auch noch Wald und Wiesen Erkältungen gibt, die einen zwar ganz schön blass aussehen lassen, aber weiter nichts tun.
Aber weiß man es wirklich?
Bei meinem letzten Trip nach Berlin am 25. Februar war ich morgens allein schon 50 Minuten als Ölsardine in den Regionalzug gepfercht, weil es eine Bahnübergangsstörung gab. Es hat zwar niemand gehustet oder genießt, was so bemerkenswert war, dass ich das abends umgehend dem Gatten berichtet habe, aber kann man sich trotzdem sicher sein? Zumal wenn man gezwungenermaßen quasi aneinanderlehnt.
Und auch später in den weiteren Zügen, die ich benutzt habe: Wer ist in welchem Gesundheitszustand mit mir gefahren?

Damit dieser Post nicht gar so düster ist und endlich ein Ende erhält, habe ich beschlossen, dass es sogar freundliches Ende wird, zeige ich euch Fridolin-Baltasar, der im Zeichen der Coronakrise hier im Hause geboren wurde:

Ein bisschen verrückt gehört definitiv auch zu den Begleiterscheinung von Corona.

Lasst es euch gut gehen!

Abends werden die Faulen fleißig …

… so oder so ähnlich.

Ich habe heute wieder alles Erdenkliche getan, um nicht die Bilder für meinen Shop bearbeiten zu müssen/können. Damit ich ganz bestimmt nicht fertig werde und endlich wieder befreit etwas anderes tun könnte.

Ich habe mich mit Waschen, Putzen, Einkaufen, Recherchieren, Backen, Kochen und Malen …

… nein, fertig sind die noch nicht …

… vom Eigentlichen abgelenkt.

Dann aber kurz vor knapp habe ich mich doch noch hingesetzt und habe die Bilder für den Shop bearbeitet und bin damit jetzt tatsächlich fertig. *schnell X X X mach*

Morgen früh werde ich alle Ablenkung verbannen (smartes Phone in die unterste Schublade, Telefonklingel ausstellen und meinen Popo an den Stuhl kleben) und dann die Rücksacke in den Shop einstellen und den Shop eröffnen.

Ooooooooooohmmmmmmmmm … es wäre fein, wenn mir das morgen gelingt …

… selbst wenn erst abends die Faulen wieder fleißig werden, wäre es fein. Ein echter Gewinn.

Jedem Tag wohnt ein neuer Anfang inne …

… so oder so ähnlich.

Ich beginne eigentlich jeden Tag mit der Absicht: „Ja, heute raffe ich mich endlich auf und mache dies und das. Erledige, was schon ganz lange darauf wartet in Angriff genommen oder fertig gemacht zu werden.“

Meist verpufft die Absicht recht schnell, weil wieder einer meiner Energiefresser, meist meine Mutter mit einem Anruf, der den Auftrag enthält, dass ich einmal mehr ein Problem ihres Lebens zu lösen habe, meine Energie frisst.

Aber ich will nicht ungerecht sein. Ich kann mich auch wunderbar allein von den Dingen abhalten, die ich eigentlich tun wollte, sollte und müsste (wie zum Beispiel meinen Internetshop endlich zu Ende einrichten und eröffnen … ich hasse es … es geht mir so auf die Nerven, dabei habe ich das Schlimmste schon geschafft).

Heute zum Beispiel habe ich mich mit dem hier …

… dem Vogel abgelenkt.

Nein, der Vogel ist natürlich nicht Tag füllend, aber es ist doch ein weiter Weg bis zu ihm, wenn man/ich erst einmal los muss, um die Dinge für seine Entstehung zu erstehen und man/ich nicht so früh loskommt, wie man gerne möchte, weil man/ich erst wieder einmal der/meiner Mutter Dinge erklären muss …
(Sie per WhatsApp: „Warum buchen DIE Geld von meinem Konto ab?“
Ich per Telefon, weil es einfacher ist … es kann nämlich sein, dass sie eine WhatsApp-Nachricht erst nach drei bis zwölf Tagen liest … „Wer sind DIE?“
Sie: „Na, DIE in meinem Handy. Ich kucke da manchmal nach und jetzt ist es weniger.“
Ich: „Das ist okay. Das machen DIE jeden Monat. Das ist die Gebühr, damit dein Handy funktioniert. Du damit ins Internet kannst (meine Mutter schafft es 3GB Datenvolumen in zwei Tagen zu verbrauchen … das schafft nicht mal mein Kind … wir sind alle sehr beeindruckt, wollen aber nicht wirklich wissen, wo sie sich rumtreibt).“
Sie: „Ach so. Aber eigentlich habe ich das ja gewusst.“ (der Zusatz kommt immer, damit ich nicht glaube, sie wäre blöd … senil … verkalkt … eigentlich will sie nämlich nur meine Intelligenz fördern/fordern)
Ich: „Das ist prima, wenn du das gewusst hast.“
Sie: „Das machen DIE wahrscheinlich öfter.“
Ich: „Ja, das machen DIE alle 30 Tage.“
Sie: „Ach so. Aber das wusste ich ja. Wollte nur hören, ob du das weißt.“
Ich: „Ja, ich weißt das und ich sorge immer dafür, dass du genug Guthaben hast, damit DIE alle 30 Tage Geld abbuchen können.“
Sie: „Das ist gut. Vielleicht frage ich nochmal. Nur zur Sicherheit. Denn eigentlich weiß ich das. Ich frage nur, damit du das nicht vergisst.“
Ich: „Mach das.“
Falls jetzt an dieser Stelle jemand ermattet ist, kann ich das verstehen. Es ist ermüdend.
In 30 Tagen führen wir … also ich (ja, ich bin ein Esel und gehe an dieser Stelle voran) und meine Mutter, nicht ihr da draußen am anderen Ende meines Blogs … denselben Dialog.

Wir, also meine Mutter und ich, haben viele Themen dieser Art, die wir tagtäglich wiederholen können. Uns geht der Gesprächsstoff quasi nicht aus.
Mich macht es müde … mich zermürbt es.
Nicht weil ich es schrecklich finde, dass meine Mutter immer mehr im Wo-auch-immer versinkt … nicht mehr aktiv am Leben teilnimmt.
Ich habe auch nicht im Geringsten die Angst, dass sie mich eines Tages vergessen könnte … sich nicht mehr an mich erinnert, weil sie mir den Gefallen nie tun/die Erleichterung zukommen lassen wird.
Ich finde es ermüdend/zermürbend, weil es so nutzlos, so Zeit und Energie raubend ist.
Weil ich seit Jahrzehnten darauf konditioniert bin, die Wünsche meiner Mutter sofort zu erfüllen … so schwachsinnig sie auch sein mögen und ich finde es ärgerlich, dass ich es bei allem Wissen nicht schaffen, mich davon freizumachen.
Ja, es ist nicht meine Mutter.
Ich bin Diejenige, die es nicht schafft sich freizumachen.

Und weil das jetzt alles so ist, wie es ist … nein, ich habe diesen sinnfreien, ermüdenden Blogbeitrag nicht geschrieben ;O), … gebe ich meinen rosa Elefanten jetzt noch Konturen, Ecken und Kanten und Charakter … oder so ähnlich …

Und morgen starte ich dann wieder mit den „guten“ Vorsätzen und mache die Dinge, die ich schon lange machen wollte …
… unter anderem endlich meinen Shop fertig.