Die Erdmandel

Der Gatte und ich haben an Montagabend vor nicht allzu lange vergangener Vergangenheit eine Folge ‚Lecker aufs Land‘ oder ‚Land und Lecker‘ oder ‚irgendwie so etwas in der Richtung‘ gesehen. In dieser Folge bekochte ein Mann, der eine Bio-Kräuter-Gärtnerei betreibt, seine drei Mitstreiter. Es gab etwas sehr Bodenständiges, aber logischerweise mit vielen Kräutern. Das allein fand ich schon sehr spannend und dachte bereits über eine Balkonerweiterung für mehr Kräuter im nächsten Jahr nach. Als er dann die Zutat für den Nachtisch aus ihrer „Verpackung“ holte, war ich schon so gut wie auf dem Weg in seine Gärtnerei, die natürlich um die Zeit nicht mehr offen hatte und zum anderen viel zu weit weg ist.
Er erntete Erdmandeln. Was wie folgt aussah: er nahm sich einen Topf mit ganz unscheinbaren, vertrocknetem Gras und zog dieses aus seinem Topf. Der Wurzelballen, der daraufhin erschien, hatte es in sich. Lauter kleine Knubbel … kleine Erdmandeln waren zwischen der Erde an den Wurzeln verborgen.
Diese hat er dann befreit, gewaschen, getrocknet, geröstet, gehackt, über seinen Nachtisch gebröselt, alle am Tisch waren begeistert und ich noch mehr im Muss-ich-haben-Modus.

Am nächsten Tag stürmte ich in den Bioladen und kaufte 300g geröstete und gemahlene Erdmandeln. Gehackt wären sie mir lieber gewesen, weil ich gerne etwas zu beißen habe, gab es aber nicht. Mit der Beute machte ich mich schnurstracks auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen, bewaffnete ich mich noch in Hut und Mantel, genauer im mintfarbenen Friesennerz, mit einem Teelöffel und verkostete das Objekt meiner Begierde und war begeistert. So begeistert, dass ich mich noch mit einen weiteren Löffelchen Erdmandelgebrösel befüllen musste. Als der Gatte abends nach Hause kam, wurde ihm sofort ein Löffel in den Mund geschoben und auch er zeigte eine wage Begeisterung. Wage nicht weil es ihm das Zeug nicht schmeckt, ganz im Gegenteil, wage weil er so konkret keine Vorstellung davon hat, was er damit machen soll, außer sich das Zeug von mir in den Mund schieben lassen.
Tags darauf kam meine Schwester und wurde ebenfalls umgehend mit einem Löffel Erdmandelgebrösel gefüttert. Die war sehr begeistert und verlangte sofort viele Erdmandelbrösel auf ihren Milchschaum. Milchschaum mit Erdmandelbrösel ist wirklich sehr lecker. Brösele ich seit dem auf … gern auch daneben … jeden morgendlichen Milchschaumberg über meinem Kaffee.

Vorhin machte ich mich daran Erdmandelmilch herzustellen. Ging erstaunlich schnell, einfach und schmeckte auch noch. Ganz im Gegenteil zu den ganzen anderen Getreide/Mandel- oder was auch immer Milchen. Die sind für mich alle BÄH!
Der nächste logische Schritt in der Versuchsreihe war zu probieren, ob man die Erdmandelmilch erwärmen und aufschäumen kann.
Der Versuch sah gut aus. Sie schäumte, nicht so üppig wie Milch, aber eine leichte Schaumbildung ließ mein Herz vor Freude schneller schlagen und mich nebenbei per Knopfdruck dem Kaffeeautomaten einen Kaffee entlocken. Als ich dann wieder in meinen kleinen Milchtopf schaute, in den ich die ganze Zeit den grünen Milchaufschäumer gehalten hatte, staunte ich nicht schlecht. Aus meiner Erdmandelmilch stiegen kleine Dampfwölkchen der Erwärmung auf und sie begann einzudicken. Ääääh … ja … auch hübsch und die Erkenntnis, dass man durch die Erwärmung von Erdmandelmilch keinen Erdmandelmilschaum für seinen Kaffee gewinnt, aber einen durchaus leckeren „Pudding“ produzieren kann.

Im nächsten Jahr geht das Abenteuer Erdmandel weiter. Ich habe bereits Erdmandeln zu aussähen bestellt. Weil es einen Mindestbestellwert gab, habe ich noch ein je Samentütchen mit Berglauch, Walderdbeeren und Europäischer Queller hier liegen.

1. Juli …

… grandios! Schon die Hälfte des Jahres vorbei und ich habe keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist. Eigentlich würde ich vermuten, dass sich die Zeit Dank Corona und der daraus entstandenen Einschränkungen wie Kaugummi an der Schuhsohle ziehen müsste. Ist aber nicht so. Die Zeit rast.

Die Zeit, die ich mit meinem Kind hatte, er ist am Montagabend gekommen, ist schon wieder fast vorbei. Am frühen Abend muss ich ihn zum Bahnhof bringen und ziehen lassen. Schade, es war wirklich angenehm seine Gesellschaft genießen zu können.
Da er in den Tagen hier ein bisschen Homeoffice gemacht und ein wenig studiert hat, wie gerade auch, hatte ich sogar etwas Zeit für mich.
Die habe ich super genutzt ;O). Neben dem normalen Haushaltsdingen (z.B. kochen, Staub bepüscheln, die Krümel der Männer beseitigen, meine Haare zusammenklauben …) habe ich auf den letzten Drücker die Steuererklärung für meine Mutter und für uns gemacht. Mit unserer wäre das mit dem letzten Drücker beinahe schief gegangen, weil ich mich nach meiner Steuernummer für mein Gewerbe halbtot gesucht habe. Selbst wenn ich dem Finanzamt nur mitteilen kann, dass ich wegen Corona keine Umsätze zu verzeichnen habe, kann ich das nur mit der Steuernummer, die sie mir aufs Auge … in den Ordner, in dem ich sie dann letztendlich fand, gedrückt haben.

Ganz im Gegensatz zu mir war meine Krankenkasse mal wieder unglaublich schnell. Am Montagmorgen um 07:42 Uhr haben sie mir über die Krankenkassen-App mitgeteilt, dass sie den Betrag überweisen werden. Haben sie gemacht. Gestern war das Geld auf meinem Konto.
Mal sehen, wie schnell die Zahnzusatzversicherung ist und ob es ihr gelingt zu erkennen, wofür sie alles ihren Anteil leisten sollen. Das ist nämlich nicht nur ihr Anteil an der Krone, sondern da gibt es noch ihren Anteil an den Freilegungskosten für das Implantat, eine Zahnreinigung und eine Füllung in dem Zahn vor der Implantat-Krone. Ich bin gespannt.

Genug geplaudert. Nun werde ich mich in die Küche begeben und Nudeln machen. Der Teig ist bereits fertig und sollte sich lange genug ausgeruht haben, sodass ich ihn durch die Nudelmaschine jagen kann. Wenn das getan ist, werde ich sehen, ob es mir gelingt Farfalle zu produzieren. Wenn mir das zu mühsam ist oder der „Schleifenkniff“ nicht halten will, gibt es Bandnudeln.

Das Leben in Zeiten mit Corona …

… ist schwierig, bringt aber auch große Freude über ganz kleine Dinge ins Leben.
Gestern zum Beispiel hat mich der Gatte, damit beglückt, dass er mir Trockenhefe mitgebracht hat ♥ ♥ ♥.
Seit Tagen hatte ich versucht Trockenhefe zu kaufen. Es war nicht möglich. Überall leer gekauft. Normalerweise habe ich immer Trockenhefe im Haus. Finde ich praktisch, weil ich sie, anders als frische Hefe, lagern kann und sie funktioniert bei mir genauso gut wie frische Hefe. Irgendwie hatte ich aber meinen Lagerbestand nicht so richtig im Blick oder besser gesagt, ich habe nicht vorausgesehen, was Corona mit uns macht. Das ich eben irgendwann nicht mehr in einen Laden gehen kann und kaufen kann, wonach mir der Sinn steht.
Das die Menschen Klopapier, Haushaltsrollen, Taschentüchern, Nudeln, Mehl, TK-Pizzen und und irgendwelches Dosengemüse und Dosenobst horten, ist mir schon vor 14 Tagen aufgefallen, als wir im Supermarkt vor leeren Regalen standen, aber dass es so ans „Eingmachte“ geht, hätte ich nie für möglich gehalten. Trockenhefe ist nicht das einzige, was ich hier nicht mehr bekommen habe. Nach Grünen Linsen habe ich mir die Haken abgelaufen. Nirgends Grüne Linsen zu bekommen. Sonst kauft die keiner und ich muss auf das Haltbarkeitsdatum kucken, damit ich keine alten Dinger kaufe. Jetzt ist alles weg. In der „Not“ nehmen sich die Menschen sogar vor Grüne Linsen zu essen. Ich glaube nämlich wirklich nicht, dass die Menschen das, was sie jetzt horten, tatsächlich essen werden. Egal, nicht mein Problem. Mir ist zum Glück noch eingefallen, dass es bei uns seit Kurzem einen „Unverpackt-Laden“ gibt und dort habe ich, für viiiiiiiiiiiiiel Geld, Grüne Linsen bekommen. Allein das Papiertütchen, in dem ich meine Linsen erstanden habe, weil ich kein Behältnis dabei hatte, hat 50 Cent gekostet. Und die Tüte ist wirklich nicht groß – ca. 14 x 21 cm . Ich habe die Tüte dem Ingwer, der aus Mexiko kommt und so ganz anders aussieht als sonst Ingwer …

… geschenkt. Ich habe den Eindruck, dass er sich darin sehr wohlfühlt und die Tüte kann ihren Preis abarbeiten.
Ein Kichererbsenproblem hatte ich auch noch, aber das ließ sich schneller lösen.
Auf jeden Fall haben mich diese Umstände gelehrt, dass ich ab sofort alles einsacke, was ich unterwegs treffe und von dem ich meine es, in irgendeiner Art und Weise in etwas Essbares verwandeln zu können. Fertigkram kommt mir aber weiterhin nicht ins Haus. Die einzigen Konserven, die es bei uns gibt sind Mais, Kidneybohnen und Dosentomaten für ein schnelles Chili sin carne und Artischockenherzen für die Pizza.
Desweiteren werde ich noch versuchen ein paar TK-Erbsen, TK-Grüne Bohnen und ein bisschen TK-Fisch zu ergattern … so mir der Einkaufsgott wohlgesonnen ist.

Punkt. Absatz. Gedankensprung, aber nur ein kleiner …

Unser schönes Bundesland Schleswig Holzbein war nach Bayern, das zweite Bundesland, dass Großveranstaltungen über 1000 Personen verboten/abgesagt hat. Radikal. Ohne wenn und aber und ohne Diskussionen über irgendwelche Sportveranstaltungen.
Das hat mich noch viel nachdenklicher und ängstlicher gemacht. Immerhin zählt der Gatte auch zur Risikogruppe.
Aus diesem Grund habe ich gestern für ihn ein Bahnfahrverbot erlassen und nun muss er mit dem Auto zur Arbeit fahren. Sind zum Glück nur noch zwei Tage. Dann hat er Urlaub.

Heute morgen hat meine Angst meine Mutter getroffen und ich habe eine Ausgangssperre angeordnet.
In neun Tagen hat sie Geburtstag und hatte sich gewünscht Essen zu gehen. Ich wollte ihr diesen Wunsch gern erfüllen und hatte mir schon einen Italiener ausgekuckt, den wir von ihrem Heim aus gut zu Fuß, sie in ihrem Rollstuhl schiebend, hätten erreichen können. Denn ich fand für einen ersten Ausflug nach gut einem Jahr selbstauferlegter fast Bewegungslosigkeit muss man sie nicht auch noch in ein Auto verfrachten.
Tja … und heute Morgen fiel mir dann auf, dass das bestimmt keine gute Idee ist. Zum einen weiß man in der Tat nicht, ob man in neun Tagen noch Restaurants offen sind und zum anderen kann ich es nicht verantworten, wenn sie sich unterwegs irgendetwas, vielleicht auch Corona, aufsackt und mit ins Heim schleppt. Geht nicht, ist nicht, fällt aus.
Das habe ich ihr auch umgehend mitgeteilt. Die Enttäuschung war erstmal, man weiß nie was da noch kommt, nicht so groß, wie ich befürchtet hatte.
Ich habe ihr versprochen, dass wir irgendwann später essen gehen. Dann schnappe ich sie mir, wenn ich sie besuche und karre sie zum Italiener.
Außerdem habe ich ihr versprochen, dass ich … wir ihr eine Pizza mitbringen. Eine Thunfischpizza wünscht sie sich zum 85.. Soll sie kriegen.
Und neue Unterhosen wünscht sie sich.
(Sie: „Kannst du nicht Schlips sagen statt Unterhosen? Klingt viel besser.“
Ich: „Nee, kann ich nicht oder willst du dir eine Krawatte um den Hintern wickeln?“)

Auch die soll sie kriegen.
Die genähte Tasche, die sie sich gewünscht von mir hat, hat sie augenscheinlich vergessen, aber auch die soll sie kriegen.

Und genau an die mache ich mich jetzt zu Zeiten von Corona und Sturm Hanna.

Natürlich kann man …

… einfach in den Supermarkt gehen und ein Glas Nuss-Nougat-Creme kaufen. Macht wesentlich weniger Arbeit, Krach und Dreck. Schneller geht es auch noch.

Aber selbstgemacht …

… ist viel viel leckerer. Richtig schön nussigschokoladig und nicht so entsetzlich süß.

So habe ich wirklich eine Nuss-Nougat-Creme, die den Namen verdient und keine Zucker-Creme, an deren zweiter Stelle der Zutatenliste Palmöl steht und dann erst Haselnüsse mit der stattlichen Angabe von 13% (wieder zusammengebaut würde die Menge wahrscheinlich die berühmten „Drei Haselnüsse“ ergeben) erscheinen.

Für mich lohnt sich die Mühe auf jeden Fall. Ich bin auch gar nicht böse über die Reste, die im Becher und am Pürierstab hängenbleiben. Ich bin da eher großzügig, weil ich dann mehr zum Abschlecken haben.
Das 500g Glas wird trotzdem gut voll …

Hält natürlich nicht so lange frisch, wie gekaufte Nuss-Nougat-Creme, sondern schimmelt ganz altmodisch, wenn man sie mal nicht schnell genug aufisst. Selbst das finde ich ganz wundervoll, weil es mir zeigt, dass manche Dinge doch noch natürlichen Abläufen unterliegen.

Mal ehrlich: Wann wird von dem ganzen industriell gefertigten Lebensmitteln mal etwas schimmelig?

Hier so gut wie nie. Neulich habe ich ein gekauftes Pesto erwischt, aber das war auch bio. Also mit ungefähr nur halb so vielen unnützen Zusatzstoffen.

So … das war das „gesunde“ Wort zum Wochenanfang.

Ich geh jetzt in die Küche zu Ende aufräumen und nochmal an der Nuss-Nougat-Creme rum löffeln.

Fisch & Sheeps

In der Küche warten lümmelnd die frischen Schollen auf mich und duften wunderbar nach frischem Fisch.

Nebenan trocknen die gewaschenen Schafe, nach nassem Schaf riechend (ich mag auch nasses Schaf riechen), still vor sich hin …

So riecht definitiv mitgebrachter Urlaub.

… ich habe meine Rohwolle … meine Wollflocken in der Waschmaschine, 3x Wollwaschgang mit 30° und bei 800 Umdrehungen schleudern, gewaschen. Ich vermute, dass tun nicht viele. Hat aber super funktioniert.

Jäger und Sammler

Vor zwei Tagen wollten wir abends nur schnell an den Deich noch eine kleine Runde spazieren gehen.

Nach einer guten Stunde zerrte mich der Gatte an den Haaren von Deich, weil er der Meinung war, ich wir hätten genug Wollgespenster Wollflocken gejagt …

Ich habe keine Ahnung wie viel Gramm das sind, aber es hat viel Spaß gemacht die Wollgespenster aufzusammeln.

Noch gespannter bin ich, was nach Waschen, Kardieren und Spinnen dabei herauskommt.

Da ich den Hals nie voll kriege, sind wir vorhin auf den Deich direkt vor unserem Balkon gestiegen … den habe ich bisher gemieden, damit ich den Spatzen ihre Nestpolsterung nicht stibitzen wollte … und wollten Wollflocken jagen. Gab aber keine Wollflocken. Die Schafe tragen ihr Haar zu kurz, um Wollflocken zu produzieren.

Schade, aber nicht schlimm. Wir haben hier noch zwei Tage und es gibt andere Deiche und andere Schafe.

Dafür haben wir Teile unseres des morgigen Geburtstagsessen für den Gatten, der jetzt echt steinalt wird, erlegt:

Queller oder auch Salicornia.

So lecker frisch aus dem Watt. Könnte ich jetzt so wegknuspern.
Gibt es aber erst morgen zu Fisch & Bacon & gebratenen Spargel & Kartoffeln.

Jetzt geh ich kochen – Chili sin Carne. Auch sehr lecker, wenn man Chinoa mag.

Beine hoch …

Rhabarberschorle an …

… und kurze Pause.

Nachdem wir heute Morgen ganz gemütlich aufgestanden sind, lange gefrühstückt und geplaudert haben, sind wir zu dritt los und haben eingekauft als gäbe es nie wieder etwas …

Damit nicht irgendwann jemand das Schild: Wegen Überfüllung geschlossen!, heraushängt, haben das King (auch hübschund passend, aber dann muss es der King heißen) Kind und ich uns in die Küche begeben und haben Burger Buns …

… und schlankmachende Brownies, weil – ist ja kaum Mehl drin …

… gebacken.

Zwischendurch und nebenbei haben wir Ketchup gekocht …

Da die Majo auch im dritten Versuch nicht gelingen wollte, sind wir schnell los gelaufen und haben eine Zitrone (morgen fürs Schnitzel) und fertige Majo für die heutigen Burger gekauft.

Nach der kleinen Pause, die ich mir gerade gönne, geht es mit Fleisch durchdrehen für die Burger Patties weiter … usw. … usw.

Gerade fühle ich mich ein wenig ermattet …

… Große Kinder können so anstrengend sein …

… Große Kinder sind toll!

Meins sowieso 😊