Vom Iglöw und anderem Unsinn

Mich muss vor Kurzem der Stein der Erkenntnis hart am Kopf getroffen haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich in den letzten beiden Tagen fleißig (das sagt nicht über das Ergebnis aus …) gemalt habe. Denn wie heißt es so schön – Übung macht den Meister.

Zum Einen haben ich endlich die Schafe eingefärbt …

Ja, die haben denselben Friseur wie die Pudel der Nachbarschaft … ich mag sie.

Dann erblickte gestern der/die/das Iglöw das Blatt Papier …

Wie es dazu kam? Ich dachte – „Mal doch einfach einmal ohne mit dem Bleistift vorzuzeichnen drauf los“. Dachte ich und machte ich und der/die/das kam dabei heraus.


Wenn ich von den Stiften, …

… die ich im Auftrag des Malkurses gemalt habe, absehe, hatte ich wirklich viel Spaß mit meinen Malereien.

Die angefangene Strickjacke ist bisher auf einem guten Weg …

Ist auch nicht so schwer. Geht immer nur gerade aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich aus zwei sechzig Zentimeter langen Kragen, das da oben ist nämlich der rechte Kragen und der linke wird genauso geradeaus gestrickt, und ein bisschen irgendwo etwas ranstricken, eine Jacke ergibt.

Als letztes möchte ich von unserem hochbegabten Toaster berichten. Dass er hochbegabt ist, weiß ich erst seit Kurzem. Vorher dachte ich, dass er ein wenig überschwänglich … schwungvoll ist. Zumindest erklärte ich mir damit, warum er den Toast, nach abgeschlossenem Toastvorgang, im hohen Bogen auf die Arbeitsplatte spuckte. Jetzt weiß, dass er trainiert hat …

Er spuckt nicht mehr, sondern stellt den Toast, zumindest einen, ordentlich quer über den Schlitzen ab.

Daran den zweiten Toast ebenfalls auf die Schlitze zu stellen, übt er noch. Aber wie war das am Anfang dieses Post?
Genau – Übung macht den Meister.

Bin ich heute gut. Ich habe den Schreibkreis geschlossen. Hatte ich nicht geplant.

Der Zahn …

… ist Geschichte. Seine Entfernung und die Nachwehen, z.B. gab es drei Tage nur Tütensuppe mit dem Teelöffel gelöffelt, weil ich den Mund nicht weit genug aufbekam und nur so sicherstellen konnte, das nichts ins tiefe Loch läuft, hat mich einige Tage vom Leben leben abgelenkt.

Ich habe zwischendurch ein bisschen gemalt. Dafür braucht man weder den nicht mehr vorhandenen linken verkrüppelten Backenzahn, noch den vom Schnitt geplagten linken Zeigefinger. Herausgekommen ist als erstes das hier:

Das ist ein Verwandter vom guten alten Zahnputzkrokodil. Die Verbindung liegt nah, wenn man gerade mit einem Zahnverlust kämpft.

Danach habe ich den …

… gemalt. Erschien mir einfach zu Malen zu sein.

Ja, das auf seinem Rücken ist eine Chamäleon-Heuschrecke. Ob sie gefressen wird oder nicht, müssen die beiden miteinander ausmachen.
Gegenüber vom Chamäleon ist noch ein halbfertiger Gecko …

… zu entdecken. Irgendwie bin ich an dem abgestorben.
Maltechnisch bin ich sowieso gerade abgestorben. Dabei hatte ich gerade sie eine wunderbare Idee entwickelt. Ich will das Buch, indem sich schon das Kroko, das Chamäleon und der Gecko befinden, ganz mit Tieren befüllen. Die Liste der Tiere, die ich malen will ist bereits fertig. Ich müsste nur noch malen, aber … aber … aber irgendetwas hält mich ab.

Vorgestern hatte ich sogar noch eine Idee für Ö, welches gar nicht geplant war.
Als ich der großen Schwester eine erste schnelle Skizze per WhatsApp schickte und fragte, ob das als Tier zählen würde …

… gab es als Antwort: „Nur wenn du sie nicht isst und in Tomatensoße malst.“
Ich würde nie Fisch in Tomatensoße aus der Dose essen. Genauso wenig wie Ravioli, aber die zählen an der Stelle nicht, die sind kein Tier.

Schlecht schlafen …

… kann ich zwar schon recht lange gut (… übrigens – vielen Dank dafür liebe Wechseljahre, ihr seit einfach großartig), aber die heutige Nacht hat mich echt geschafft.
Dieses Mal war aber der Mond schuld. Er schien so hell und grell in mein Bett, dass ich nicht einschlafen konnte. Nicht Einschlafen können hat zwar den Vorteil, dass man auch nicht ständig aufwachen kann, um dann nicht einschlafen zu können, aber macht auch nicht froh.

Nach dem ich mich genug gedreht und gewendet hatte, bin ich entnervt aufgestanden und habe mich in mein Zimmer geschlichen, es mir gemütlich gemacht und ein bisschen gemalt.
Zuerst habe ich den Bummelz für den Gatten fertig gemalt.

Danach habe ich noch ein paar Kreise gemalt.

Höchst meditativ und tatsächlich entspannend.

Nachdem ich das Schwein, den Schmetterling und den Käfer in meinen Kreisen entdeckt hatte, war es zwanzig nach drei.
Anscheinend eine gute gute Uhrzeit um sich mit schmerzendem Kopf, kalten Füßen und müden Augen, die sich nach der Helligkeit und den vielen Kreisen nicht an die Dunkelheit gewöhnen wollen, anstoßfrei ins Bett zu schleichen. Eigentlich müsste ich nicht schleichen. Den Gatten weckt so leicht nichts, aber ich bin trotzdem sehr ehrgeizig bei meinen nächtlichen Streifzügen möglichst leise zu sein.
Das letzte Mal sah ich um 03:45 Uhr auf den Wecker. Danach bin ich dann doch endlich ins Schlafland gereist. Nicht lange, aber immerhin Augen zu und weg.
Heute zeigt sich allerdings deutlich, dass es in letzter Zeit mal wieder viel zu wenig Schlaf gewesen ist. Ich bin bleiern müde, ohne Antrieb, hab Kopfschmerzen, schleppe mich von Hausfrauenaufgabe zu Hausfrauenaufgabe und fresse alles auf, was sich mir in den Weg stellt oder was ich mühsam im Kühl- oder Vorratsschranks suchen muss … das aller deutlichste Zeichen, dass ich todmüde bin. Mir ist zwar nicht klar, wie Essen gegen Müdigkeit helfen soll, aber mein tiefstes Inneres wird es wissen. Ich vertrau ihm einfach mal, obwohl es definitiv nichts von Kleidergrößen und deren unbeugsame Bedeutung versteht …

Der Corona Kram …

… tut mir nicht gut.
Er lässt mich hypochondrieren … ständig in mich hineinhören, lässt mich mich mehr denn je ums Kind und den Gatten sorgen. Verstärkt meine Depression und Angststörung.

Ich finde es verdammt schwer zu diesem Corona Kram einen hoffnungsvollen Zugang zu finden.
An sich hatte ich mir Anfang der Woche auferlegt mich einmal am Tag über den neusten Stand von Corona zu informieren und ansonsten die Klappen möglichst zuzumachen.
Funktioniert leider nicht wirklich. Es ist einfach allgegenwärtig. Die Welt scheint auf den Coronavirus reduziert zu sein.

Was mir in dieser Zeit am meisten fehlt, sind ein paar positive Nachrichten. Eine klitzekleine Randnotiz wie zum Beispiel: „Ein Überleben des Coronavirus ist durchaus möglich“ oder „Es weiß noch keiner wie, aber es wird ein Leben nach dem Coronavirus geben“.

Im Moment scheint dieser Virus uns alle dahin zu meucheln. Ganz egal was wir tun, er erwischt uns alle. Es gibt keine Entrinnen. Die Frage ist nur wann.
Warten wir es ab. Sitzen wir es aus.
Ich kann die angeordneten Maßnahmen alle verstehen und bin bereit sie umzusetzen und setze sie auch um. Wir bleiben brav zu Hause. Na gut, nicht immer, aber eine einsame Runde an der frischen Luft ist noch nicht verboten und kann der Gesundheit nur zu gute kommen.
Aber den Zustand des Wartens, den eben dieses „Warten wir es ab – Sitzen wir es aus“ hervorruft, finde ich furchtbar.
Ich konnte noch nie gut warten. Ich finde es schon blöd auf ein Paket warten zu müssen, auf des Inhalt ich mich wenigstens in den meisten Fällen freuen kann.
Aber worauf warte ich?
Wie lange muss ich warten?
Gibt es einen Grund mich auf das, worauf ich warte, zu freuen?
Oder soll ich dem lieber bange entgegensehen, weil es nicht besser sein wird?
Fragen über Fragen auf die keiner eine Antwort hat.

Inzwischen bin ich so verunsichert, dass ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob sich irgendjemand sicher ist, etwas genaues über diesen Virus und dessen Verbreitung zu wissen.
Ist es noch „zeitgemäß“ bei Menschen mit Symptomen nur auf Corona zu testen, wenn es die begründete Möglichkeit auf den Kontakt mit einem infizierten Menschen gegeben hat?
Gerade wo es doch heißt, dass es auch Infizierte ohne Symptome gibt?
Und immer häufiger die Infektionsketten nicht geklärt werden können.

Der Gatte hatte gerade eine Erkältung. Ich hatte gerade eine Erkältung.
Jedenfalls gehen wir beide davon aus, dass es eine Erkältung war, weil wir beide keine bekannten Kontakte zu Corana Infizierten hatten und es tatsächlich auch noch Wald und Wiesen Erkältungen gibt, die einen zwar ganz schön blass aussehen lassen, aber weiter nichts tun.
Aber weiß man es wirklich?
Bei meinem letzten Trip nach Berlin am 25. Februar war ich morgens allein schon 50 Minuten als Ölsardine in den Regionalzug gepfercht, weil es eine Bahnübergangsstörung gab. Es hat zwar niemand gehustet oder genießt, was so bemerkenswert war, dass ich das abends umgehend dem Gatten berichtet habe, aber kann man sich trotzdem sicher sein? Zumal wenn man gezwungenermaßen quasi aneinanderlehnt.
Und auch später in den weiteren Zügen, die ich benutzt habe: Wer ist in welchem Gesundheitszustand mit mir gefahren?

Damit dieser Post nicht gar so düster ist und endlich ein Ende erhält, habe ich beschlossen, dass es sogar freundliches Ende wird, zeige ich euch Fridolin-Baltasar, der im Zeichen der Coronakrise hier im Hause geboren wurde:

Ein bisschen verrückt gehört definitiv auch zu den Begleiterscheinung von Corona.

Lasst es euch gut gehen!

Abends werden die Faulen fleißig …

… so oder so ähnlich.

Ich habe heute wieder alles Erdenkliche getan, um nicht die Bilder für meinen Shop bearbeiten zu müssen/können. Damit ich ganz bestimmt nicht fertig werde und endlich wieder befreit etwas anderes tun könnte.

Ich habe mich mit Waschen, Putzen, Einkaufen, Recherchieren, Backen, Kochen und Malen …

… nein, fertig sind die noch nicht …

… vom Eigentlichen abgelenkt.

Dann aber kurz vor knapp habe ich mich doch noch hingesetzt und habe die Bilder für den Shop bearbeitet und bin damit jetzt tatsächlich fertig. *schnell X X X mach*

Morgen früh werde ich alle Ablenkung verbannen (smartes Phone in die unterste Schublade, Telefonklingel ausstellen und meinen Popo an den Stuhl kleben) und dann die Rücksacke in den Shop einstellen und den Shop eröffnen.

Ooooooooooohmmmmmmmmm … es wäre fein, wenn mir das morgen gelingt …

… selbst wenn erst abends die Faulen wieder fleißig werden, wäre es fein. Ein echter Gewinn.