So.

Den letzten Schnee, auch in der hintersten schattigen Ecke, hat das schöne Wetter der letzten Tage schmelzen lassen. Wir hatten dann doch eine ganze Menge von dem weißen Zeug.
Ich weiß nicht, ob der Vogel, der diese seltsamen Spuren im schmelzenden Schnee auf unserem Balkon hinterlassen hat, …

… ein Freudentänzchen aufgeführt hat oder einfach nur auf dem glatten Balkonboden ausgerutscht und dabei diverse Male mit dem Schnabel aufgeschlagen ist.
Egal wie es und wer es war, es hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Was in dieser Zeit eine Seltenheit ist. Leider.
Böse Zungen behaupten das Lächeln würde hinter den Masken verschwinden, ich behaupte das Lächeln und auch das Lachen verschwindet nicht hinter den Masken, sondern immer mehr durch Corona aus unseren Leben.

Da wir die handgenähten Masken nicht mehr tragen dürfen und auf FFP2 Masken umgestiegen sind, habe beschlossen aus den Stoffresten der Maskenproduktion einen Quilt zu nähen.
Ich habe mich für die Methode entschieden einzelne Blöcke zu nähen, zu quilten und dann die Blöcke zu verbinden und das Binding zu machen. Erspart mir das Hin und Her Geschiebe eines riesigen Stückes.

Die ersten drei Patches waren diese:

Vom schielenden Zebra ist, bis auf ein bisschen Grün, nichts mehr übrig. Schade eigentlich.

Insgesamt habe ich inzwischen 20 Patches:

Fünf weitere habe ich heute zugeschnitten. Insgesamt brauche 35 Patches. Als ich Ende Januar begonnen habe, habe ich im Stillen gedacht: Wenn ich jeden Tag drei Patches nähe, habe ich den Quilt Ende Februar fertig.
Wie gut, dass ich das nur im Stillen dachte (fast ganz still … dem Gatten hatte ich es anvertraut, aber der schweigt still darüber oder hat es vergessen) und nicht an die große Glocke hing. Ich musste mich nämlich zwischendurch an Bubble-Kissen versuchen. Das erste ging gewaltig in die Hose, weil ich die Bubbles so voll mit Watte gestopft hatte, dass sie nach der zweiten Reihe so sperrig waren, dass sie nicht mehr unter die Nähmaschine wollten.

An sich wäre es bestimmt ein ganz hübsches Kissen geworden …

Da ich aber nicht so schnell aufgebe und manchmal aus Fehlern lerne, ist der zweite Versuch gelungen …

Das hat sich das Kind unter den Arm geklemmt, als er uns im Mitte Februar besucht hat.

Es hat die handliche Reisegröße von ca. 33 x 33 cm.

Danach kam das Masken-Bubble-Kissen, …

… welches auf unserem Sofa wohnt. Es ist ein bisschen größer. Ca. 40 x 40 cm.

So ganz bin ich mit der Anordnung der Bubbles nicht zufrieden, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr die Dinger hin und her zuschieben, sondern war froh, dass sich dieselben „Farben“ nie direkt, also nicht an den Seitenkanten, berühren.

Heute habe ich das dritte Bubble-Kissen fertiggestellt. Das soll meine Mutter zum Geburtstag bekommen. Komischerweise musste ich, als es noch nicht fertig war und ich es von Weiten gesehen habe, immer an einen Eierkarton/eine Eierpappe denken …

Jetzt wo es fertig ist, habe ich die Assoziation nicht mehr.
Leider ist es mir auch bei diesem Kissen nicht gelungen, die Bubbles „fehlerfrei“ zusammenzusetzen. Ein Bubbles habe ich leider in der falschen Ausrichtung angenäht …

… ich hatte aber keine Lust zum Auftrennen. Das ist halt die persönliche Note.
Ein Bild vom fertigen Kissen gibt es noch nicht. Habe ich vergessen und jetzt ist es ein klein wenig zu spät oder früh? und zu lichtlos für ein Foto. Außerdem sollte ich zusehen, dass ich in dieser Nacht noch eine kleine Mütze Schlaf bekomme.

Eigentlich sollte …

… ich jetzt einen Brief an meine Mutter schreiben, um ihr zu erklären, dass das sie sich das, was sie sich leistet, nicht leisten kann – sprich: sie zu viel Geld ausgibt.
Diese Diskussion führen wir nicht zum ersten Mal und sicher nicht zum letzten Mal, denn sie vergisst immer mehr. Ganz besonders die Dinge, die ihr nicht gefallen. Außerdem konnte sie noch nie mit Geld umgehen.
Vermutlich geht sie immer noch davon aus, obwohl ich es ihr gesagt habe, dass wir sie finanzieren, wenn sie kein Geld mehr hat, aber das wird nicht stattfinden. Der Gatte geht schon für drei arbeiten. Für einen vierten bleibt davon nichts mehr übrig und außerdem sind wir dazu zum Glück nicht mehr verpflichtet. Und ganz ehrlich – warum auch? Sie hat mit ihren beiden Renten gerade mal dreihundert Euro weniger im Monat als wir zu dritt für sich allein.
Ja, die Heimkosten sind gestiegen, aber dann muss sie eben an anderer Stelle sparen und kann nicht alle vier Wochen zum Friseur, zur Mani- und Pediküre und kann nicht jeden Monat hundert Euro für Wein, Zeitschriften und ihre geliebten Thomapyrin ausgeben. Vielleicht muss man sogar überlegen, ob es ein Telefon, ein Handy und Tablet sein muss. Das sind immerhin auch jeden Monat zweiundvierzig Euro.

Eigentlich wollte ich niemanden mit Zahlen langweilen, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass es mir schwerfällt diesen Brief zu schreiben, weil ich schon ganz am Anfang ins Stocken kommen, weil ich nicht weiß, wie ich sie ansprechen soll.
Liebe Mutter, geht nicht. Hallo Mutter, ist auch doof. Hallo du, sieht blöd aus. Einfach nur – Hallo, auch. Das Problem habe ich aber immer. Für mein Gefühl und um die für mich richtige Distanz zu schaffen, müsste ich sie mit Sie und Frau Schmidt ansprechen.
Genauso geht es mir am Ende. Am unverfänglichsten ist da immer noch einfach Pia drunter zu klemmen. An milden Tagen kann ich mir ein Deine Tochter abringen.

So, jetzt habe ich mich durch diverse Buchstaben von den anderen Buchstaben und Zahlen abgehalten, bin fast eingeschneit …

(an dieser Stelle stelle sich der geneigte Leser ein herzhaft lachenden Smiley vor)

… und kann mich somit Richtung draußen zu einem Schneespaziergang in Bewegung setzen. Den blöden Brief kann ich auch später schreiben. Für diesen Monat kann ich eh nichts mehr an den Zahlen und dem Defizit, das sie erzeugen, ändern.

Gerade habe ich gehört, dass man nach mir ruft …

Frau Dompfaff ist der Meinung, dass ich Futter nachfüllen sollte. Also werde ich zuerst in diese Richtung eilen.

Warum wollen eigentlich immer alle etwas von mir?

(Meine Mutter unterbrach mein Schreiben hier an dieser Stelle nämlich auch schon mit einem Anruf … „Schatz, ich brauche …“ – nein Schatz ist keine liebevolle Ansprache, Schatz ist die allgemeine Anrede, wenn man etwas möchte … von wem auch immer)