Früher …

… in der Schule hatte ich immer mit bleierner Müdigkeit zu kämpfen. Es fiel mir unglaublich schwer mich zu konzentrieren, wenn mich der Lehrkörper mit epischen, lehrreichen Monologen bombardiert hat. Ich wurde sowas von müde, der Kopf schwer, ich konnte kaum noch die Augen offen halten und wollte eigentlich nur noch den Kopf auf den Tisch legen und ein Schläfchen machen. Ich dachte immer, dass das etwas mit Desinteresse … Langeweile zu tun hat.
Hat es aber augenscheinlich nicht. Das muss bei mir irgendwo in den Genen liegen. Als ich gestern vor meinem Malkurs saß, trat genau dasselbe auf. Ich wurde bleiern müde, konnte die Augen kaum offen halten, der Kopf drohte auf den Tisch zu knallen, ich wollte nur noch schlafen und das, obwohl mich der Kurs überhaupt nicht langweilt.
Ganz im Gegenteil. Es macht mir sehr viel Spaß, ich finde es interessant und bin erstaunt, dass ich den eingeblendeten Text, die Übersetzung, nicht lesen muss, sondern die englischen Erklärungen verstehe. Also eigentlich alles prima, wenn nur diese Müdigkeit … das Bedürfnis nach unbedingt jetzt schlafen müssen, nicht auftreten würde. Da muss ich durch. Vielleicht kann ich das irgendwie wegtrainieren.

Als ich gestern am tiefsten Schnarchpunkt angekommen war, bin ich in die Küche geschlurft und habe gebacken. Madeleines. Zum ersten Mal. Dafür habe ich mir extra so ein chices Blech gekauft. Und weil es ein wirklich tolles BackFernsehProgramm war, habe ich es fotorealistisch festgehalten:

Das war ein echt spannender Kurzfilm, 11 Minuten, länger dauert es nicht und obwohl ich mich natürlich wieder mal nicht ans Rezept gehalten habe (ich bin nämlich der festen Überzeugung, und meine Erfahrungen geben mir Recht, dass man sich auch beim Backen nicht genau ans Rezept halten muss), haben alle den für Madeleines typischen Bauch. Und schmecken tun sie auch noch.

So … jetzt husche ich rüber zu meinem Malkurs. Denn der Gatte hat gesagt, als ich mich heute Morgen laut fragte, wie ich meinen Tag gestalte und so Dinge wie Putzen, Kochen, Backen erwähnte: „Natürlich malen.“ Also lerne und male ich … und werde müde und heute werde ich nicht backen, wenn ich müde bin, heute gehe ich schlafen.

Vom Iglöw und anderem Unsinn

Mich muss vor Kurzem der Stein der Erkenntnis hart am Kopf getroffen haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich in den letzten beiden Tagen fleißig (das sagt nicht über das Ergebnis aus …) gemalt habe. Denn wie heißt es so schön – Übung macht den Meister.

Zum Einen haben ich endlich die Schafe eingefärbt …

Ja, die haben denselben Friseur wie die Pudel der Nachbarschaft … ich mag sie.

Dann erblickte gestern der/die/das Iglöw das Blatt Papier …

Wie es dazu kam? Ich dachte – „Mal doch einfach einmal ohne mit dem Bleistift vorzuzeichnen drauf los“. Dachte ich und machte ich und der/die/das kam dabei heraus.


Wenn ich von den Stiften, …

… die ich im Auftrag des Malkurses gemalt habe, absehe, hatte ich wirklich viel Spaß mit meinen Malereien.

Die angefangene Strickjacke ist bisher auf einem guten Weg …

Ist auch nicht so schwer. Geht immer nur gerade aus. Ich bin sehr gespannt, wie sich aus zwei sechzig Zentimeter langen Kragen, das da oben ist nämlich der rechte Kragen und der linke wird genauso geradeaus gestrickt, und ein bisschen irgendwo etwas ranstricken, eine Jacke ergibt.

Als letztes möchte ich von unserem hochbegabten Toaster berichten. Dass er hochbegabt ist, weiß ich erst seit Kurzem. Vorher dachte ich, dass er ein wenig überschwänglich … schwungvoll ist. Zumindest erklärte ich mir damit, warum er den Toast, nach abgeschlossenem Toastvorgang, im hohen Bogen auf die Arbeitsplatte spuckte. Jetzt weiß, dass er trainiert hat …

Er spuckt nicht mehr, sondern stellt den Toast, zumindest einen, ordentlich quer über den Schlitzen ab.

Daran den zweiten Toast ebenfalls auf die Schlitze zu stellen, übt er noch. Aber wie war das am Anfang dieses Post?
Genau – Übung macht den Meister.

Bin ich heute gut. Ich habe den Schreibkreis geschlossen. Hatte ich nicht geplant.

Ein cooles neues Spielzeug …

… habe ich mir gegönnt, wollte ich noch sagen.

Einen elektrischen Radiergummi. Der ist, um Kleinigkeiten, zum Beispiel das Innere des einen Auges der nicht fertigen Möwe auf einer eh nur groben Skizze oder ein Stück Palmenblatt, ebenfalls nur eine grobe Skizze ohne direkten Zusammenhang zu der nicht fertigen Möwe auf dem Seil zwischen den ungleichen Leuchttürmen, zu radieren, echt super. Sicherlich nicht wirklich gut fürs Papier, weil er ordentlich Schwung hat und was wegschafft, aber damit werden keine großen Flächen radiert.
Mit meinem sanften Knetradiergummi bekomme ich so kleinen Kram nicht weg.

Ein wirklich feines Spielzeug … ich könnte nur noch radieren … und ja, es handelt sich um Werbung … unbezahlt und ohne Namen, einfach weil es Spaß macht und gut ist.

Der Zahn …

… ist Geschichte. Seine Entfernung und die Nachwehen, z.B. gab es drei Tage nur Tütensuppe mit dem Teelöffel gelöffelt, weil ich den Mund nicht weit genug aufbekam und nur so sicherstellen konnte, das nichts ins tiefe Loch läuft, hat mich einige Tage vom Leben leben abgelenkt.

Ich habe zwischendurch ein bisschen gemalt. Dafür braucht man weder den nicht mehr vorhandenen linken verkrüppelten Backenzahn, noch den vom Schnitt geplagten linken Zeigefinger. Herausgekommen ist als erstes das hier:

Das ist ein Verwandter vom guten alten Zahnputzkrokodil. Die Verbindung liegt nah, wenn man gerade mit einem Zahnverlust kämpft.

Danach habe ich den …

… gemalt. Erschien mir einfach zu Malen zu sein.

Ja, das auf seinem Rücken ist eine Chamäleon-Heuschrecke. Ob sie gefressen wird oder nicht, müssen die beiden miteinander ausmachen.
Gegenüber vom Chamäleon ist noch ein halbfertiger Gecko …

… zu entdecken. Irgendwie bin ich an dem abgestorben.
Maltechnisch bin ich sowieso gerade abgestorben. Dabei hatte ich gerade sie eine wunderbare Idee entwickelt. Ich will das Buch, indem sich schon das Kroko, das Chamäleon und der Gecko befinden, ganz mit Tieren befüllen. Die Liste der Tiere, die ich malen will ist bereits fertig. Ich müsste nur noch malen, aber … aber … aber irgendetwas hält mich ab.

Vorgestern hatte ich sogar noch eine Idee für Ö, welches gar nicht geplant war.
Als ich der großen Schwester eine erste schnelle Skizze per WhatsApp schickte und fragte, ob das als Tier zählen würde …

… gab es als Antwort: „Nur wenn du sie nicht isst und in Tomatensoße malst.“
Ich würde nie Fisch in Tomatensoße aus der Dose essen. Genauso wenig wie Ravioli, aber die zählen an der Stelle nicht, die sind kein Tier.